Börsenturbulenzen eröffnen für Übernahme-Jäger attraktive Doppel-Chancen

Die aktuelle Marktkorrektur spielt Übernahme-Jäger in die Karten. Denn so bestehen gute Chancen auf Kursgewinne, auch wenn ein Deal auf sich warten lässt. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Eine langjährige Statistik zeigt, dass die Übernahme-Aktivität in guten Börsenphasen höher ausfällt als in schwachen Phasen. Das ist auch verständlich, denn dann läuft in der Regel auch die Konjunktur besser.

Ein Deal sollte sich dann – zumindest ist das die Überlegung der Käufer – schneller bezahlt machen. Leider zeigt eine andere langjährige Statistik, dass gerade die Übernahmen, die in guten Börsenphasen ausgehandelt wurden, sich nicht selten auch als zu teuer entpuppten.

Dies galt insbesondere dann, wenn kurz vor einer Abkühlung der Konjunktur zugekauft wird. Ein Jahr später folgten dann hohe außerplanmäßige Abschreibungen.

Erwartung steigender Zinsen und mögliche Handelsbarrieren sollten Lust auf Deals dämpfen….

Aktuell läuft die Konjunktur in Europa jedoch rund und das wird auch voraussichtlich so bleiben. Die Prognosen für das diesjährige Wirtschaftswachstum sind gut, verschiedene Indikatoren erreichten zu Jahresbeginn neue Höchststände.

Der Sachverständigenrat hat kürzlich die Wachstumsprognose 2018 für die Eurozone auf 2,3% angehoben – im kommenden Jahr werden hohe 1,9% erwartet. Doch es gibt auch einige dunkle Wolken. Der Sachverständigenrat warnt vor allem vor einer Spirale aus protektionistischen Maßnahmen (Handelsbarrieren wie etwa Zölle) die deutlich negative Folgen für die Weltwirtschaft haben können.

Die Angst, dass sich die Situation hochschaukeln könnte, hat auch an der Börse für Turbulenzen gesorgt. Zusammen mit der Erwartung strafferer Notenbank-Politiken, ging es mit den Aktienkursen nach unten. Heute Vormittag fiel der DAX sogar unter die Marke von 12.000 Punkten.

Nicht zu vergessen ist die Marktkorrektur im Februar. Statistik und Logik lassen vermuten, dass aufgrund der geringeren Visibilität auch das Übernahme-Geschäft schlechter laufen müsste. Die Übernahme-Statistik für Februar des Bureau van Dijk zeigt jedoch, dass dem nicht so ist. 

…doch das Übernahme-Volumen legte im Februar um über 100% zu

Das Deal-Volumen in Westeuropa hat sich im Februar mehr als verdoppelt. Mit knapp 154 Mrd. Euro lag das Volumen 110% über dem Januar-Wert und auf dem höchsten Stand der vergangenen 12 Monate.

Dabei zeigte sich, dass besonders viele Groß-Deals für den Volumenanstieg verantwortlich sind. Während im Januar nur 7 Deals über 1 Mrd. Euro lagen, sind es im Februar 20 Deals gewesen.

Marktkorrektur trotz guter Wirtschaftslage begünstigt Übernahme-Vorhaben

Die deutliche Volumensteigerung ist ein Indiz dafür, dass der westeuropäische Übernahme-Markt in diesem Jahr stark bleibt, wenngleich die Spitzenwerte aus 2015 vermutlich nicht erreicht werden.

Wie das Jahr letztendlich wird, hängt auch von dem weiteren Verlauf des Handelsstreits zwischen den USA und China ab. Eskaliert die Situation, würde das Übernahme-Geschäft in Europa sicher negativ beeinflusst.

Beruhigt sich die Lage wieder, wovon derzeit auszugehen ist, lohnen sich mit Blick auf die gute Konjunktur Zukäufe. Gerade wenn die aktuelle Korrektur am Aktienmarkt noch ein wenig weitergeht, könnte sich der Mut eines Käufers auszahlen.

Womöglich kann der Bieter mit Verweis auf die Börsenbewertung einen tieferen Preis als üblich durchsetzen. Wenn nicht, hat die Korrektur den positiven Effekt, dass es auf dem tieferen Niveau einfacher ist, die Anleger mit einer schönen Prämie auf den Aktienkurs zur Abgabe ihrer Anteile zu bewegen. Die Annahmequote fällt also höher aus.

Bewertungsrückgänge eröffnen attraktive Doppel-Chancen

Ein ungerechtfertigt hoher Bewertungsrückgang macht Unternehmen anfällig für feindliche Übernahmen. Besonders Hedgefonds versuchen gerne eine Schwäche auszunutzen, um unterbewertete Unternehmen zu kapern.

Dank der Niedrigzinsen schwimmen Hedgefonds geradezu im Geld und setzen dieses auch ein. Gleich 5 Deals lagen im Februar jenseits der 1 Milliarde Euro-Grenze. Sollte die Korrektur weitergehen, könnten es in den kommenden Monaten noch mehr werden.

Egal ob diese dann freundlich oder feindlich sind: Es lohnt sich für Sie, 2018 auf Übernahme-Kandidaten zu setzen, um von Übernahme-Prämien zu profitieren. Die Marktkorrektur eröffnet dabei attraktive Doppel-Chancen für den Fall, dass es bis zum Deal noch ein wenig dauert oder der Deal nicht wie erwartet kommt. Denn dass die Indizes zum Jahresende 2018 unter dem aktuellen Niveau notieren, ist nicht zu erwarten.


Der Gold-Report 2018
So machen Sie die besten Gold-Geschäfte

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Der Gold-Report 2018” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Massive Gewinne voraus: So machen Sie 2018 zu Ihrem Goldjahr ➜ hier klicken!


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Jens Gravenkötter. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt