Boomendes Geschäft mit medizinischen Abfällen

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Durch die Corona-Krise hat sich das schon vorher boomende Geschäft mit medizinischen Abfällen noch einmal verstärkt. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Medizinische Abfälle waren bereits vor COVID-19 ein boomendes Geschäft, aber der Anstieg der Coronavirus-Fälle könnte die Situation beschleunigen. Ein Großteil der persönlichen Schutzausrüstung, die Beschäftigte im Gesundheitswesen verwenden, muss als medizinischer Abfall entsorgt werden. Laut einem MRC-Bericht (Medical Research Council) wird erwartet, dass medizinischer Abfall bis 2024 zu einem Markt von 18,9 Mrd. $ heranwächst. Allein in US-Krankenhäusern fallen laut Practice Greenhealth jährlich mehr als 5 Mio. Tonnen medizinische Abfälle an.

Zwei Profiteure

Waste Management und Stericycle sind zwei der größeren Akteure, die von diesem Wachstum profitieren sollten. Während das Geschäft mit medizinischen Abfällen in den vergangenen Monaten möglicherweise etwas zurückgegangen ist, weil viele Operationen im Zusammenhang mit COVID-19 verschoben wurden, könnte das Geschäft kurz vor einem größeren Anstieg stehen. Da immer mehr Menschen ihre OP nachholen, muss wieder mehr medizinischer Abfall entsorgt werden. Die Entsorger müssen hohe behördliche Auflagen erfüllen und alles sehr sorgfältig dokumentieren. Das bedeutet für Mitbewerber eine hohe Eintrittsbarriere.

Waste Management ist schon das größte Abfallentsorgungsunternehmen in den USA und wird durch die Akquisition von Advanced Disposal Services noch größer. Der Konzern unterhält auch einen Bereich für medizinische- und pharmazeutische Abfälle. Allerdings fiel das Zahlenwerk für das 2. Quartal durchwachsen aus. Umsatz und Gewinn gingen zurück. Geringere Volumina im Deponiegeschäft und in der industriellen und kommerziellen Sammlung waren der Hauptgrund dafür. Aber das sollte sich jetzt wieder ändern.

Stericycle ist die Nummer 4 in der amerikanischen Abfallwirtschaft, und der Großteil des Geschäfts entfällt auf medizinische Abfälle. Während die meisten Bereiche im 2. Quartal aufgrund der Corona-Pandemie rückläufig waren, schnitt der regulierte Abfall- und Compliance-Dienstleistungssektor noch ganz gut ab.

EU-Richtlinie befeuert das Geschäft

Im Bereich automatisierter Rücknahme leerer Getränkeverpackungen ist Tomra Pionier und der Spezialist mit weltweit mehr als 70.000 eingesetzten Systemen. Die Pandemie hat allerdings einiges auf den Kopf gestellt. Abstands- und Hygieneregeln bestimmen soziale Interaktionen, was auch zu einem veränderten Konsumbewusstsein führt.

Während vor der Corona-Krise die Vermeidung von Plastik einen höheren Stellenwert hatte, sorgten Hygienekonzepte dafür, dass durch Einweg-Produkte wie Masken die bisherigen Fortschritte ins Hintertreffen gerieten. Gleichzeitig gewinnt die Recycling-Industrie positives Fahrwasser, wovon auch Tomra profitieren könnte. Zudem spielt es Tomra in die Karten, dass sich auch innerhalb der EU das Bewusstsein zur Wiederverwendung ausbreitet.

Der New Circular Economy Action Plan sieht beispielsweise vor, Lebenszyklen von Produkten zu verlängern. Aktuell werden nur 2% des gesamten Plastikvorkommens innerhalb eines Jahres wiederverwertet. Aus diesem Grund sieht Tomra das Potenzial, bis 2030 rund 40% der weltweit jährlich produzierten Kunststoffverpackungen für das Recycling zu sammeln.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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