Borussia Dortmund zuletzt noch im grünen Bereich

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Borussia Dortmund konnte am Freitag ein positives Quartalsergebnis vermelden. Der Verein geht jedoch von einem negativen Jahresergebnis aus. (Foto: ninopavisic / shutterstock.com)

Dank der Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen kann ab dem kommenden Wochenende die Fußball-Bundesliga ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen. Auch wenn die Spiele aufgrund der Covid19-Pandemie vor leeren Tribünen stattfinden werden, freut sich Fußball-Deutschland über jede Abwechselung, die nicht mit dem Pandemiethema zu tun hat.

Ich möchte an dieser Stelle nicht werten, ob es richtig oder falsch ist, dass die Bundesliga wieder startet, gebe aber zu, selbst Fußball-Fan zu sein und mich darüber zu freuen.

Fernsehgelder wichtige Einnahmequelle

Für die Proficlubs der oberen Ligen sind die Geisterspiele ein (finanzieller) Segen. Denn auch wenn die Zuschauereinnahmen fehlen, fließen bei Wiederaufnahme des Spielbetriebs wenigstens die Gelder für die TV-Rechte und die bringen wesentlich mehr in die Vereinskassen als die Einnahmen aus den Eintrittskarten.

Allein die jetzt fällig werdende vierte Rate der TV-Gelder für die 36 Profiklubs der 1. und 2. Bundesliga beläuft sich laut Kicker auf 304 Mio. Euro. Die Top Clubs der Bundesliga wie Bayern München und Borussia Dortmund erhalten aus dem Bundesliga-TV-Topf jeweils über 80 Mio. Euro für die laufende Saison.

Der SC Paderborn erhält immerhin noch rund 15 Mio. Euro. Damit möchte ich aber die Sportberichterstattung in meinem Mittelstands-Newsletter beenden und zum eigentlichen Thema kommen, dem Ballspiel Verein Borussia (BVB) 09 Dortmund. Denn die Aktien des BVB werden seit fast 20 Jahren an der Börse gehandelt.

Quartalszahlen noch leicht im Plus

Am vergangenen Freitag präsentierte die Kommanditgesellschaft auf Aktien, so die offizielle Firmierung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, ihre vorläufigen Zahlen für das 3. Quartal des Geschäftsjahres 2019/2020.

Wenn Sie sich jetzt wundern: Das Geschäftsjahr des BVB beginnt am 1. Juli und daher beziehen sich die jetzt veröffentlichten Zahlen auf den Zeitraum Januar bis März 2020. Erfreulich ist, dass der BVB trotz der Covid19-Pandemie im vergangenen Quartal noch ein positives Nettoergebnis von 1,1 Mio. Euro erwirtschaften konnte.

Allerdings fiel das Ergebnis wesentlich schlechter aus, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, in dem das Quartalsergebnis noch bei 29,4 Mio. Euro lag. Der deutliche Rückgang resultiert, so der BVB, im Wesentlichen aus einem um 38,2 Mio. Euro verminderten Ergebnis aus den Spieler-Transfergeschäften. Die lagen im jüngsten Quartal bei nur noch 39,0. Mio. Euro (Vorjahreszeitraum 77,2 Mio. Euro).

Der Umsatz lag zuletzt bei 79,8 Mio. Euro. Das ist ein Rückgang von -4,7% im Vergleich zum Vorjahresquartal (83,7 Mio. Euro).

Anders als sonst üblich, hat die Geschäftsführung des BVB aufgrund der Corona-bedingten Unsicherheiten keine konkreten Ergebnisprognosen für das Geschäftsjahr 2019/2020 abgegeben. Die Geschäftsführung geht jedoch derzeit davon aus, dass kein positives Konzernjahresergebnis für das gesamte Geschäftsjahr 2019/2020 erzielt wird, so der BVB in einer Pressemitteilung.

Meine generelle Einschätzung zu Fußball-Investments

Abschließend meine generelle Einschätzung zu Fußball-Investments: Für mich ist Fußball ein schönes Hobby, allerdings kein berechenbares Investment.

Eine schwere Verletzung eines Schlüsselspielers oder ein fehlerhafter Schiedsrichter-Pfiff reichen unter Umständen, um die Saisonziele zu gefährden. Eine Pandemie (wie aktuell die Corona-Pandemie) führt möglicherweise sogar zur Insolvenz.

Ich halte daher weder von Fußball-Aktien noch von Fußball-Anleihen viel. Wenn Sie diese Wertpapiere als Fan erwerben, ist das okay, als strategisch denkender Investor sollten Sie meines Erachtens eher die Finger davon lassen.

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BVB: Fußball-AG mit roten ZahlenDer BVB hat heute Zahlen für das Geschäftsjahr 2019/2020 vorgelegt, die von den Folgen der Corona-Pandemie deutlich negativ beeinflusst sind. › mehr lesen


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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