Bossard: Schweizer Verbindungstechnik-Spezialist mit guten Perspektiven

Heute stelle ich Ihnen mit dem Schweizer Verbindungstechnik-Spezialisten Bossard ein Unternehmen vor, das Sie kennen sollten. (Foto: Alexander Mak / shutterstock.com)

Am Dienstag habe ich Ihnen an dieser Stelle geschrieben, dass es sich lohnt, auf Nebenwerte zu setzen und warum das so ist. Heute möchte ich Ihnen einen Nebenwert aus der Schweiz vorstellen, über den ich in diesem Newsletter zum ersten Mal berichte. Es handelt sich dabei um das Unternehmen Bossard.

Bossard ist auf industrielle Verbindungstechnik spezialisiert. Dazu gehören der Handel mit Schrauben und Verbindungsteilen sowie zunehmend technische Beratung (Engineering) und automatische Lösungen für die effiziente, kostensparende Lagerbewirtschaftung. Die größten Kunden von Bossard sind Tesla und John Deere in den USA.

Starke Halbjahreszahlen liefern die Basis für ein neues Rekordjahr

Bossard ist in den vergangenen Monaten und Jahren operativ äußerst erfolgreich unterwegs gewesen. Das zeigen auch die jüngsten Zahlen, die Bossard bereits im Juli veröffentlicht hat: In den ersten 6 Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz um 13% auf 446 Mio. Schweizer Franken (CHF).

Besonders erfreulich: Mit einer Zunahme von 15% fiel das Wachstum im 2. Quartal sogar noch stärker aus als im 1. Quartal. Bossard profitierte dabei nach Unternehmensangaben von einer anhaltend starken Nachfrage aus dem Kreis seiner rund 25.000 Kunden sowie von einem im Jahresvergleich stärkeren Euro.

Im Unterschied zu den Vorjahren war dieses Mal kein positiver übernahmebedingter Effekt zu verbuchen. Denn das Unternehmen hat seit Mitte November 2016 keine nennenswerte Übernahme mehr getätigt.

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Soll heißen: Das starke Wachstum in diesem Jahr ist rein organischer Natur. Bereinigt um einen einmaligen Gewinn aus einem Immobilienverkauf, kletterte der Gewinn um 20% auf 49 Mio. CHF. Das entspricht einer Gewinnmarge von starken 11%.

Umsatzprognose angehoben

Bereits nach Vorlage der vorläufigen Halbjahreszahlen spekulierten Analysten über eine Anhebung der Prognose für das Gesamtjahr. Es hieß, dass das Bossard-Management wahrscheinlich die Umsatzprognose von 850 auf 860 Mio. CHF anheben würde.

Und tatsächlich: Im Rahmen der Vorlage der endgültigen Halbjahreszahlen wurde die Umsatzprognose angehoben. Anders als im Vorfeld erwartet jedoch nicht von 850 auf 860 Mio. CHF, sondern sogar auf 880 Mio. CHF.

Im Vergleich zum Vorjahr, in dem Bossard einen Umsatz von 786,2 Mio. CHF einfahren konnte, bedeutet das nun ein prognostiziertes Wachstum von knapp 12%. Der Grund für die deutliche Prognoseanhebung: Bossard rechnet auch für das 2. Halbjahr mit einer anhaltend dynamischen Nachfrageentwicklung. Trotz der Gefahr weiterer Handelshemmnisse bleibe man positiv gestimmt, teilte das Unternehmen mit.

Aus meiner Sicht ein starkes Signal. Angesichts der guten Zahlen und des positiven Ausblicks sowie der Tatsache, dass die Bossard-Aktie derzeit rund 22% unter ihrem Jahreshoch zu haben ist, sollte Bossard zumindest ein Titel für Ihre Beobachtungsliste sein.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.