BP Bilanz: 2015 war ein Horror-Jahr mit einem Mega-Verlust

In diesen Tagen legen einige der weltgrößten Ölkonzerne ihre Bilanzen für 2015 vor. Die Ergebnisse sind auf den ersten Blick erschreckend – wie Ihnen das Beispiel BP zeigt. Die Aktie hat einen Verlust von 6,48 Mrd. Dollar ausgewiesen.

Dieser Verlust ist sogar noch höher als direkt nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Diese Katastrophe war im Übrigen auch 2015 noch einmal sehr wichtig.

Doch bei BP lohnt sich doch der genaue Blick auf die Bilanz. So besteht das Geschäft bei Ölkonzernen zumeist aus zwei Bereichen: Dem Upstream-Geschäft worunter die klassische Ölförderung fällt. Dazu gibt es auch noch das Downstreamgeschäft. Dieses Segment umfasst die Weiterverarbeitung und den Vertrieb von Treibstoffen und anderen Produkten.

Grundsätzlich müssen Sie wissen, dass Konzerne wie BP mehr als 70% des Gesamtgewinns im Downstreamgeschäft erzielen. In diesem Segment hat BP den Ertrag auf Jahresbasis um 90% auf immerhin 7,1 Mrd. Dollar gesteigert.

Beim Upstreamgeschäft blieb unterm Strich ein Verlust von 937 Mio. Dollar. Hier hatte BP ein Jahr zuvor noch mehr als 8,9 Mrd. Gewinn eingefahren. Völlig aus der Balance gerät die Bilanz bei BP, aber nicht wegen der operativen Zahlen.

BP musste im vergangenen Jahr noch 11,7 Mrd. Dollar an Wiedergutmachung nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zahlen. Dieser Punkt hat also im Endeffekt für den massiven Jahresverlust gesorgt.

Ölpreis-Einbruch um mehr als 40% hat sich voll auf die BP-Bilanz ausgewirkt

Wie heftig sich die Marktlage für BP jedoch verändert hat, zeigt der Blick auf die Entwicklung der Marktpreise: So hat BP im vierten Quartal 2015 noch einen durchschnittlichen Ölpreis von 44 Dollar pro Barrel realisieren können. Das liegt deutlich über dem aktuellen Marktpreis von rund 30 Dollar. Doch diese 44 Dollar lagen schon um mehr als 40% unter dem Preisniveau im Jahr 2014.

Keine Frage: Ein Ölkonzern wie BP erlebt derzeit eine extrem heftige Krise und wird noch von Altlasten wie den Zahlungen nach der „Deepwater Horizon“ Katastrophe belastet. An sich kann es von so einem Punkt nur noch nach oben gehen. Doch dazu müssten die Ölpreise wieder deutlich anziehen.

Zudem lastet noch ein deutlich angestiegener Schuldenberg von 27,2 Mrd. Dollar auf BP. Das sind keine rosigen Aussichten für den Ölkonzern. Ich bin gespannt, wie sich andere Firmen aus dem Segment im schwierigen Jahr 2015 geschlagen haben. Weitere Bilanzen kommen schon in den kommenden Tagen.

3. Februar 2016

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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