Branchen: Was zieht den DAX wirklich runter?

Dass die Auto-Aktien im DAX nicht gut aussehen, haben Sie gewiss vermutet. Doch ein anderer Sektor belastet weit mehr. Um diesen geht es: (Foto: Deutsche Börse AG)

Vermehrt konnten Sie in den vergangenen Wochen Meldungen wie diese lesen: „Schwache Autoaktien ziehen den DAX nach unten“.

  • Ist es realistisch, dass eine Branche den DAX derart stark beeinflusst?
  • Wie sind die DAX-Branchen derzeit überhaupt in Bezug auf ihre Relative Stärke einzuordnen?
  • Welche Sektoren sollten Sie derzeit eher meiden, welche bevorzugen?

Wir wollen diesen Fragen heute einmal nachgehen und befriedigende Antworten darauf finden. Sie werden sehen, dass nicht allein die Auto-Aktien Sorge bereiten:

DAX-Branchen im Technik-Vergleich

Eine andere – im wahrsten Wortsinne gewichtigere – Branche steht kurz davor, dem DAX ebenfalls die Performance zu verhageln!

Für meine Analyse habe ich eine Tabelle mit den 18 DAXsectors und den 5 wichtigsten deutschen Indizes für Sie zusammengestellt.

Die Deutsche Börse AG hat die in der DAX-Index-Familie enthaltenen Aktien in 18 Branchen aufgeteilt.

Diesen „DAXsectors“ habe ich in meiner privaten Datenbank die Indizes DAX, MDAX, SDAX, TecDAX und Technology All-Shares hinzugefügt.

Alle 23 Indizes untersuche ich börsentäglich nach von mir festgelegten Kriterien:

Welcher Sektor ist der schwächste im Land?

Beispielsweise werden diese Märkte nach technischen Faktoren wie Momentum, MACD, Relativer Stärke und Trend-Stärke (Lage der Kurse zu Tagelinien) ausgewertet.

Als Endergebnis erhält man einen Marktzustands-Wert, der zwischen 0 (schlechtester) und 15 (bester) pendelt.

Eine weitere Auswertung sortiert die 23 Indizes nach ihrer Relativen Stärke zueinander.

Daraus resultiert eine Rangliste, der Sie schnell entnehmen können, welche Branchen gerade wie einzuordnen sind.

Schauen wir uns das Ganze doch einfach einmal in der Grafik an:

daxsectors_01-08-2017

DAXsectors: Autos sehr schwach – Chemie könnte den DAX noch stärker belasten

Dass der DAX nach den schwachen letzten Wochen lediglich auf Platz 16 der Relative Stärke-Rangliste notiert, verwundert nicht wirklich.

Auch finden wir schnell bestätigt:

Autoaktien: Schwach, aber nur „normaler“ Einfluss

Die Auto-Aktien sind derzeit in der Tat die, nach Relativer Stärke sortiert, schlechteste Branche.

Der Marktzustand ist mit 1 Punkt der mieseste im Vergleich und hat sich in der vergangenen Handelswoche (Vorwoche: 4 Punkte) noch einmal massiv verschlechtert.

Im DAX finden wir 4 Werte, die dem DAXsector Automobile zuzuordnen sind:

  • BMW,
  • Continental,
  • Daimler
  • und Volkswagen.

Diese 4 Aktien haben zusammen eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung von 13,24%.

Das heißt: Die Kursveränderungen dieser 4 DAX-Titel beeinflussen den DAX-Stand mit einem Gewicht von etwas mehr als 1/8.

Rechnen wir einmal:

Würden alle 30 DAX-Aktien gleich gewichtet, dann besäße jeder Titel ein Gewicht von 3,33% (100% dividiert durch 30).

4 x 3,33% ergibt 13,32%.

Somit haben die 4 Autowerte KEINE dominierende Rolle im DAX inne!

Chemie: Die nächste Sorgen-Branche?

Meiner Tabelle können Sie aber etwas entnehmen, das viel schwerer wiegt: Auf Platz 20 befindet sich der DAXsector Chemie.

Zum Sektor Chemie zählen:

  • Bayer,
  • BASF
  • und Henkel.

Diese 3 Werte bringen insgesamt 18,91% auf die Waage. Das ist nahezu das Doppelte einer Gleichgewichtung (9,99%).

Der DAXsector Chemie nimmt mithin deutlich höheren Einfluss auf den DAX-Stand.

Er strahlt daher eine potenziell größere Gefahr aus, als der Autosektor, zumal der Marktzustand mit 2 mickrigen Punkten auch zu wünschen übrig lässt.

Schauen wir daher zum Abschluss noch auf den Branchen-Chart:

daxsector chemie_01-08-2017

DAXsector Chemie: Großinvestoren verkauften zuletzt nicht mehr.

Chemie-Aktien: Großinvestoren bleiben investiert

Sie sehen: Der Chart macht Hoffnung, dass die Chemie nicht zum befürchteten Belastungsfaktor wird.

Der Aufwärtstrend ist intakt. Die Korrektur seit Mitte Juni hat – bis dato – lediglich die stark überkaufte Lage entspannt.

Zudem zeigen die gelben Kreise, dass die Großinvestoren in der letzten Abwärtswelle nicht mehr weiter verkauft, sondern ihre Bestände gehalten haben.

Tatsächlich sieht es so aus, als hätten die Großanleger sogar vorsichtig in die niedrigen Chemie-Kurse hineingekauft.


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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