Branchenbericht: Deutscher Werkzeugmaschinenbau boomt

Im deutschen Maschinen- und Anlagenbau läuft es auch dieses Jahr wieder rund. Sogar noch ein Stück besser läuft es im Werkzeugmaschinenbau. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Der deutsche Leitindex DAX kämpft noch mit der 13.000-Punkte-Marke. Politische Unsicherheiten (in diesem Fall die Regierungsbildung in Italien) bremsen noch die Investitionsfreude der Anleger. Wenn Sie jedoch einen Blick auf die einzelnen Branchen werfen, erkennen Sie schnell, dass das Fundament für höhere Kurse bereits gelegt wurde.

Dass es im deutschen Maschinen- und Anlagenbau auch im laufenden Jahr wieder sehr gut läuft, wissen Sie als Leser meines E-Mail-Newsletters „Morriens Schlussgong“ längst. Denn darüber habe ich in diesem Jahr bereits mehrfach berichtet.

Heute möchte ich mich einem Unterbereich des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus widmen – nämlich dem Werkzeugmaschinenbau. Auch hier läuft es augenblicklich sehr gut.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Hersteller von Maschinen zur Metallverarbeitung, zu denen zum Beispiel die börsennotierten Unternehmen DMG Mori und Hermle gehören, nach einem äußerst schwungvollen 1. Quartal 2018 ihre Prognose für das Gesamtjahr nach oben geschraubt haben.

Die Branche, die traditionell stark von der Autoindustrie abhängt, hat ihre Produktionsprognose nach einem sehr starken 1. Quartal von 5 auf 7% angehoben. Damit sind die Produktionstechnikhersteller noch optimistischer als die Maschinenbaubranche allgemein.

Die allgemeine Maschinenbaubranche hatte ihre Produktionsprognose für das laufende Jahr zuvor bereits von 3 auf 5% angehoben.

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Werkzeugmaschinenbau an der Börse stark unterrepräsentiert

Nun die schlechte Nachricht für Sie als Anleger: Der deutsche Werkzeugmaschinenbau, der derzeit besonders boomt, ist an der Börse stark unterrepräsentiert. Das bedeutet: Für Sie gibt es nicht viele Möglichkeiten, in diesem Bereich zu investieren. Einige Möglichkeiten habe ich Ihnen mit Hermle und DMG Mori bereits genannt.

Obwohl der Werkzeugmaschinenbau in der deutschen Börsenlandschaft kaum vertreten ist, ist er alles andere als klein oder gar unwichtig. Insgesamt arbeiten in diesem Bereich hierzulande 72.000 Menschen und die Branche erwirtschaftet einen Umsatz von rund 16 Mrd. Euro. Man kann in diesem Zusammenhang also durchaus vom Filetstück des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus sprechen.

Starkes 1. Quartal 2018

Im 1. Quartal des laufenden Jahres stieg der Auftragseingang in der Branche um 22% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. Dies teilte der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) vor wenigen Tagen mit.

Besonders hoch war die Nachfrage aus dem Inland. Hier legten die Orders um 39% zu. Im Ausland legte die Nachfrage um 15% zu. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, kommentiert die Zahlen wie folgt: „Unsere Branche ist 2018 weiterhin sehr dynamisch unterwegs. Damit setzt sich die herausragende Entwicklung des vergangenen Jahres fort.“

Mein persönlicher Favorit aus der Branche ist Hermle. Das Unternehmen glänzt mit einer starken Bilanz und üppigen Dividenden. Der schwäbische Werkzeugmaschinenbauer, der voraussichtlich morgen seine Zahlen für das 1. Quartal dieses Jahres vorlegt, ist allerdings nicht mehr ganz günstig bewertet.

Aber trotz etwas anspruchsvollerer Bewertung und einer tollen Kursrally in den vergangenen Jahren bleibt Hermle für mich ein Basis-Investment für konservative Nebenwerte-Fans und Dividenden-Jäger. Weitere Informationen zu Hermle finden Sie in meinem Börsendienst „Depot-Optimierer“.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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