Branchenbericht: Erneuerbare Energien

Zuletzt kamen positive Signale aus der Branche der Windkraftanlagenhersteller, die in den letzten Jahren unter Überkapazitäten und Preisdruck gelitten hatte.

Vestas im Aufwind?

Für das laufende Jahr rechnet das Global Wind Energy Council (GWEC) mit einem Zubau von 39,6 Gigawatt (GW) auf insgesamt 322 GW. 2017 soll dann die global installierte Kapazität 536 GW erreichen.

Dennoch befindet sich Vestas weiterhin in schwerem Fahrwasser: Im 2. Quartal weitete der Konzern den Verlust aus, der Umsatz schrumpfte. Doch es gibt erste Hoffnungsschimmer – und einen neuen Chef. Das harte Sparprogramm zeigt erste Wirkung, bis Ende des Jahres sollen die Kosten um 400 Mio € gedrückt werden.

Von den einstmals 22.700 Mitarbeitern sind bereits über 5.500 gegangen. Verkaufsgespräche zu einzelnen Geschäftseinheiten laufen. Personell zog Vestas ebenfalls die Reißleine. CEO Ditlif Engel musste gehen, auf ihn folgte Anders Runevad.

Nordex erreicht wieder zweistelligen Marktanteil

Der Deutsche Windenergiemarkt ist im laufenden Jahr mit fast 14% weiter gewachsen. In diesem Umfeld ist dem Turbinenhersteller Nordex mehr als eine Verdoppelung im Absatz gelungen. Die Gruppe errichtete im 1. Halbjahr 2013 Windparks mit einer Kapazität von zusammen gut 109 Megawatt.

Gemessen an der Neubau-Leistung an Land erreichte Nordex damit erstmals wieder einen zweistelligen Marktanteil von rund 11% in Deutschland. Wesentliche Grundlage für das überdurchschnittlich gute Abschneiden in Deutschland bilden die Produkte, die ideal zur gewachsenen Nachfrage im Binnenland passen.

Die Hälfte der im 1. Halbjahr errichteten Turbinen waren N117/2400, die Nordex seit 2012 in Serie produziert. Durch ihren größeren Rotordurchmesser ermöglicht das Modell eine deutlich wirtschaftlichere Nutzung von schwächeren Windstandorten. Weil Windstrom in Zukunft noch preisgünstiger werden muss, hat Nordex auch eine neue Generation von Turbinen entwickelt, die eine effizientere Stromproduktion auch an stärkeren Windstandorten zulässt.

Rückläufiger Solarmarkt trifft SMA hart

Der weltweite Solarmarkt wird sich 2013 gemessen in Euro erstmalig seit vielen Jahren rückläufig entwickeln. Die Experten rechnen mit einer länger anhaltenden Konsolidierungsphase. Davon ist SMA Solar als Weltmarktführer besonders betroffen.

Eine weitere Kostenreduktion und die Anpassung der Personalstrukturen sind aufgrund des starken Nachfragerückgangs in Europa unumgänglich. Das Unternehmen plant, die Mitarbeiterkapazitäten in Deutschland bis Ende 2014 um 680 Vollzeitstellen zu reduzieren. Auf betriebsbedingte Kündigungen konnte aber verzichtet werden.

SMA will auch in Zukunft in die Technologieentwicklung investieren, um mit neuen Produktplattformen die Herstellkosten weiter zu senken. Darüber hinaus wird die Internationalisierungsstrategie konsequent fortgesetzt, um durch eine starke Präsenz vor Ort von den Nachfrageimpulsen in den außereuropäischen Solarmärkten zu profitieren.

Mittelfristig kann SMA als Spezialist für Systemtechnik vom Trend hin zum Energiemanagement, solarem Kraftwerksbau und der Ergänzung von stationären Dieselgeneratoren mit PV-Systemen profitieren.

1. November 2013

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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