Branchenbericht Nahrung und Genussmittel

Die neuen EU-Tabakrichtlinien könnten bei den Zigaretten-Herstellern für Einbußen sorgen. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Sollte die EU-Tabakrichtlinie Wirklichkeit werden, dürfen Zigaretten künftig nur noch in Verpackungen mit übergroßen Warnhinweisen und Schockbildern verkauft werden.

Darüber hinaus sollen Zusatzstoffe wie Menthol oder Koffein, die den Einstieg ins Rauchen erleichtern, verboten werden, was nach Auffassung der Tabakindustrie der Einführung der Einheitszigarette gleichkommt.

Neue EU-Tabakrichtlinie kann mehr schaden als nutzen

Mit ihren Plänen greift die EU aber nicht nur in die Markenrechte der Konzerne ein. Nach einer Studie von Roland Berger würde die Umsetzung der Pläne nicht nur 175.000 Arbeitsplätze gefährden.

Den EU-Staaten würden auch rund 5 Mrd € an Steuereinnahmen entgehen. Zudem warnt die Studie vor einem Anstieg des Verkaufs illegaler Zigaretten von jährlich 68 Mrd auf bis zu 100 Mrd Stück.

Konzerne wie BAT und Philip Morris haben bereits im Internet gegen den Regulierungswahn der EU mobil gemacht. Bisher aber haben die vielen staatlichen Eingriffe den Tabakkonzernen kaum geschadet.

Besonders BAT wächst dank der hohen Nachfrage in Asien und Osteuropa profitabel. Höhere Steuern können mit Preisanhebungen mehr als kompensiert werden.

Nestlé profitiert vom Milchpulver-Boom

Auch Nestlé ist kein Selbstläufer mehr. Das Wachstum hat sich zuletzt deutlich abgeschwächt, Preiserhöhungen sind nicht mehr so einfach durchzusetzen. Gut läuft jedoch das Geschäft mit Babymilchpulver, besonders in China.

Das Reich der Mitte ist der weltweit größte Markt für Babymilch und hat auch die höchsten Wachstumsraten. Expertenschätzungen zufolge wird sich dieses Marktsegment bis 2017 auf rund 25 Mrd $ verdoppeln.

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Auf ausländische Marken entfällt fast die Hälfte des Absatzes. Denn seit dem Milchskandal 2008 ist das Vertrauen in einheimische Produkte erschüttert.

Allerdings sind die Preise für Babymilchpulver ausländischer Hersteller seit dem Skandal um 30% gestiegen und doppelt so teuer wie chinesische Produkte. Jetzt haben die chinesischen Kartellwächter festgestellt, dass sechs Hersteller ihre Preise abgesprochen haben.

Sie müssen insgesamt 82 Mio € Strafe zahlen. Auf den US-Hersteller Mead Johnson entfallen 25 Mio € und auf Danone 21 Mio €. Nestlé blieb verschont, weil der Konzern mit den Behörden kooperierte, und die Preise gesenkt hat.

Die Konkurrenz wird vermutlich nachziehen. Dies wird zur Folge haben, dass der Marktanteil ausländischer Produkte zunimmt. Nestlé und Danone dürften daher vom erwarteten Marktwachstum überproportional profitieren.

Emmi neu in der Aktien-Analyse

Emmi ist der größte Milchverarbeiter der Schweiz und eine der innovativsten Premium-Molkereien in Europa.

Der Konzern konzentriert sich auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung eines Vollsortiments an Molkerei- und Frischprodukten sowie auf die Herstellung von und den Handel mit Schweizer Käse.

Bei den Frischprodukten stehen Lifestyle-, Convenience- und Gesundheitsprodukte im Vordergrund. Die Kunden von Emmi sind der Einzelhandel, der Bereich Food Service (Großhandel, Gastronomie und Hotellerie) und die Lebensmittelindustrie.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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