Branchen-Studie Industrie-Roboter: Warum das Wachstum nicht abreißt

Um beeindruckende 15% legten die Roboter-Verkäufe im vergangenen Jahr zu. Ein Ende der Wachstums-Dynamik ist bislang nicht in Sicht.

Vielmehr scheint sich die Automatisierung der sogenannten 4. industriellen Revolution noch zu beschleunigen.

Experten schätzen, dass bis 2018 alleine 1,3 Mio. Industrie-Roboter in den Produktions-Stätten weltweit zum Einsatz kommen. Mittlerweile summiert sich der Marktwert für Roboter-Systeme auf stolze 32 Mrd. Dollar.

Unterdessen hat sich China bereits zum weltweit größten Absatzmarkt für Industrie-Roboter entwickelt.

Dies markiert allerdings nur den 1. Schritt einer rasanten Aufholjagd. Die aktuell noch sehr geringe Roboter-Dichte im Reich der Mitte macht die künftige Marktdimension eindrucksvoll sichtbar.

China einer der Haupttreiber für steigenden Absatz

Denn bislang kommen in der chinesischen Industrie nur 36 Industrie-Roboter auf 10.000 Arbeitnehmer in der verarbeitenden Industrie im Einsatz.

Für Sie zum Vergleich: In Deutschland ist die Roboter-Dichte mit 292 mehr als 8x so groß. In Japan liegt der Wert sogar bei 314 – den absoluten Spitzenplatz nimmt aber Korea mit 478 Einheiten ein.

Das Gefüge wird sich jedoch zukünftig massiv ändern; Experten gehen davon aus, dass bereits im Jahr 2018 jeder 3. Industrie-Roboter in China installiert wird.

Somit könnte es sich also lohnen, die Firmen anzusehen, die von dem kräftigen Wachstum profitieren.

Zwar gibt es sehr viele Konzerne, die in diesem Markt mitmischen, aber die größten 4 Unternehmen teilen immerhin 53% des gesamten Marks unter sich auf.

Fanuc:

Der mit Abstand größte Player ist der japanische Weltmarktführer Fanuc, der immerhin einen Marktanteil von 16% auf sich vereint. Seit 2002 kletterten die Erlöse auf zuletzt umgerechnet 6,08 Mrd. Dollar um mehr als 250%.

Die Gewinne stiegen sogar um über 400% auf 1,72 Mrd. Dollar im vergangenen Geschäftsjahr. Das entspricht einer beeindruckenden Gewinn-Marge von 28%.

ABB:

Der zweitgrößte Konzern ist die Schweizer ABB. Das internationale Unternehmen bietet neben Industrier-Robotern eine Vielzahl an Automatisierungs-Lösungen –und Dienstleistungen an.

Die Erlöse mit Industrie-Robotern fallen in den Geschäftsbereich „Industrieautomation und Robotik“.

Bei einem Jahres-Umsatz von zuletzt 35,48 Mrd. Dollar erwirtschafteten die Schweizer einen Gewinn von 1,93 Mrd. Dollar. Wie viel davon auf Industrie-Roboter zurückgeht, veröffentlicht der Konzern allerdings nicht.

Mit der erzielten Gewinnspanne von 5,45% ist ABB deutlich entfernt vor den eigenen Rekordmargen (12,87%), die im Geschäftsjahr 2007 erzielt wurde.

Yaskawa:

Auf dem 3. Platz mit einem Weltmarkt-Anteil von 12% landet der japanische Yaskawa-Konzern. Der Konzern versucht neben der Herstellung von Industrie-Robotern auch in den privaten Bereich vorzudringen.

So hat Yaskawa eine Kooperation mit Rewalk Robotics abgeschlossen – einer der führenden Firmen, die Exoskelette entwickeln, mit denen beispielsweise querschnittsgelähmte Menschen wieder aufrecht gehen können.

Zuletzt erwirtschaftete der Technologie-Konzern bei einem Umsatz von umgerechnet 3,41 Mrd. Dollar eine Gewinn-Marge von 5,44%.

Kuka:

Auf dem 4. Platz finden Sie den deutschen Roboter-Hersteller Kuka, der gerade von dem chinesischen Midea-Konzern übernommen wird.

Der Weltmarktanteil bei Industrie-Robotern liegt bei 11%. Seit 2002 verbesserten sich die Erlöse unter dem Strich „nur“ um 36%.

Der Gewinn lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 95 Mio. €, was einer vergleichsweise geringen Marge von 2,93% entspricht.

Damit schafft es das Augsburger Unternehmen noch nicht, die in Branchen-Kreisen gelobte technologische Kompetenz in hohe Profite umzumünzen.

12. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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