Brexit: Aktien verlieren, Gold und Silber gewinnen

Wahlforscher und Buchmacher haben sich geirrt: Die EU-Gegner haben sich in Großbritannien knapp durchgesetzt. Damit ist ein Brexit (= EU-Austritt Großbritannien) sehr wahrscheinlich geworden.

Die Reaktion an den Märkten: Das Britische Pfund stürzte auf ein 30-Jahres-Tief, die großen Aktien-Indizes verloren in der Spitze bis zu 10% und die Edelmetalle Gold und Silber gewannen als „sicherer Hafen“ 4 bis 5%.

Politische Börsen haben kurze Beine

Die alte Börsenweisheit „politische Börsen haben kurze Beine“ klingt abgedroschen, trifft aber in 9 von 10 Fällen zu. Gemeint ist damit, dass politische Ereignisse (Wahlen, Regierungswechsel etc.) die Kurse an den Märkten erfahrungsgemäß nur kurzzeitig nach oben oder unten treiben.

Auch in diesem Fall erwarte ich eine relativ zügige Beruhigung der Märkte, denn es wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern, bis in der Realwirtschaft Folgen der Brexit-Entscheidung sichtbar werden.

Da es keine EU-Austritts-Regeln gibt, müssen die Verhandlungspartner bei 0 anfangen. EU-Politiker und Briten werden voraussichtlich rund 2 Jahre darüber verhandeln, wie ein EU-Austritt aussehen könnte und welche Ersatzlösungen möglich sind.

In den Geschäftszahlen der Unternehmen werden Sie vorerst nur geringe Auswirkungen spüren. Daher werden sich auch die Aktienkurse beruhigen.

Meine Aktienmarktempfehlung von Anfang 2016 gilt an dieser Stelle noch immer: DAX-Kurse von unter 10.000 Punkten laden zum Einstieg ein. Das ist jetzt wieder der Fall.

Etwas dramatischer ausgedrückt: Kaufen Sie genau dann Aktien, wenn die Märkte im Blutrausch sind. Dann gibt es die günstigsten Kaufkurse.

Die 2 Hauptszenarien

Wie geht es jetzt weiter? Wie oben bereits beschrieben, müssen die britischen Politiker mit der EU über den Austritt verhandeln. 2 Szenarien sind relativ wahrscheinlich:

  • Die neue britische Regierung will die EU verlassen, aber gleichzeitig die heimische Wirtschaft stützen. Ziel wird es sein, die EU-Mitgliedschaft in eine EU-Partnerschaft umzuwandeln. Da auch die EU-Vertreter nach dem ersten Ärger die Handelsbeziehungen optimieren wollen, kommt es zu einer konstruktiven Verhandlungslösung.
  • Der Brexit-Wahlkampf hat zu einer Spaltung geführt. Britische Regierung und EU-Vertreter verhandeln jeweils mit harten Bandagen. Fallen die EU-Vorteile weg, würde das die britische Wirtschaft hart treffen. Aber auch die EU wäre wirtschaftlich geschwächt.

Wenn es um Geld geht, werden viele Feindschaften überwunden. Daher halte ich Szenario 1 für wahrscheinlicher. Beide Seiten haben ein Interesse daran, die bestmögliche Lösung für den jeweiligen Wirtschaftsraum zu finden.

Außenseiter-Szenario: Brexit wird abgesagt

Ein Außenseiter-Szenario: Der größte Brexit-Verlierer ist die einflussreiche britische Finanz-Industrie. Der Ausschluss aus dem EU-Binnenmarkt würde die britische Finanz-Industrie hart treffen.

Die Banken und Versicherungen müssten z. B. Tochter-Gesellschaften im EU-Raum gründen (etwa in Frankfurt) oder ganze Einheiten in den EU-Raum verlegen.

Da die Finanz-Industrie traditionell zu den größten Partei-Spendern gehört, könnte der Druck auf die Politik wachsen, den Brexit doch noch abzusagen. Da es keine klaren Austritts-Regeln gibt, könnte beispielsweise eine weitere Wahl-Hürde eingebaut werden.

Einige Politiker, die noch gestern für den Brexit gekämpft haben, werden sehr unangenehme Gespräche mit ihren Großspendern führen müssen.

Daher halte ich es persönlich sogar für denkbar, dass der Brexit mit einem Trick ausgehebelt wird. In den kommenden Monaten werden wir sehen, wie einflussreich die Banker in London tatsächlich sind.

Gewinner: Gold und Silber

Wo es Verlierer gibt, gibt es auch Gewinner. Die Richtung der automatischen Handels-Programme ist heute klar: Raus aus Aktien, rein in Staatsanleihen und Edelmetalle. Gold und Silber gewinnen jeweils 4 bis 5%.

Aufgrund der globalen Unsicherheiten habe ich in den vergangenen Monaten in meinem Börsendienst „Depot-Optimierer“ mehrere attraktive Gold- und Silber-Positionen als strategische Absicherung und Rendite-Chance aufgebaut.

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24. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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