Brexit bringt Planungssicherheit und löst Blockade der Märkte: Es geht aufwärts

Mehrfach ist der breit gefasste US-Aktienindex S&P 500 mit seinem Wochenschlusskurs haarscharf an den 2.100 Punkten vorbeigeschrammt.

Knapp darunter war Schluss – und wenn es bei 2.099 Punkten war. Nun hat der S&P 500 mit 2.103 Punkten geschlossen. Nur 4 Pünktchen höher. Aber die können entscheidend sein, denn:

Das ist gleichzeitig der höchste Wochenschlusskurs des laufenden Jahres. Und das vor einem langen Wochenende in den USA. (Eine Info dazu können Sie am Ende dieses Kommentars lesen.)

Anleger vertrauen den Märkten

Die Anleger vertrauen Aktien und Optionen und haben sich für den Angriff auf das Allzeithoch des S&P 500 positioniert.

„Die Ruhe vor dem Sturm“, so habe ich die Lage des S&P 500 vor dem Referendum der Britten über den Verbleib in oder Austritt aus der EU (Brexit) genannt. Denn auf Basis seiner Wochenschlusskurse notierte der S&P 500 weniger als 2% unter seinem Allzeithoch.

Den Sprung darüber hatte er nicht geschafft. Aber, so lautete meine Prognose, der Kursausbruch ist täglich möglich. Denn 2% ist oft die Schwankungsbreite eines Handelstages.

Brexit hat Klarheit gebracht

Nach dem Brexit fiel der S&P 500 kurz zurück. Danach ist er aber auf sein Jahreshoch gestiegen. Denn die Unsicherheit über den Ausgang ist beseitigt.

Auch wenn es anders kam als es viele Anleger wohl erhofft haben, so herrscht jetzt doch Klarheit. Der Angriff auf ein neues Allzeithoch kann deshalb schon diese Woche starten. Das können Sie im Chart des S&P 500 auf Basis seiner Wochenschlusskurse gut nachvollziehen.

Analyse und Prognose per Wochenschlusskurs ist treffsicher

Wenn Sie die folgende Erklärung zum Chart auf Basis seiner Wochenschlusskurse kennen, lesen Sie einfach beim Chart weiter. Wenn es für Sie neu ist:

Ich nutze für meine Charts gerne die Wochenschlusskurse der Indizes oder Aktien. Diese Chart-Einstellung blendet das Auf und Ab innerhalb des Wochenverlaufs aus. Genau dadurch sind nachhaltige Kursbewegungen zu erkennen, die Trends gut bestimmen lassen.

In dieser Chart-Einstellung analysiere ich den DAX 30 Index, Dow Jones, S&P 500 etc. Hier sehen Sie den aktuellen Chart des S&P 500.

Brexit löst Blockade der Märkte: Es geht aufwärts

S&P500-Index_2016_07_04

Am 22.05.2015 hat der US-Aktienindex S&P 500 sein bis heute gültiges Allzeithoch auf Basis seiner Wochenschlusskurse markiert. Es liegt bei 2.131 Punkten.

Anschließend verlor er bis Anfang dieses Jahres mehr als 10% (gelber Kreis). Dort gab es die Trendwende. Der S&P 500 legte auf 2.099 Punkte zu. Er fiel erneut etwas zurück, schloss aber letzte Woche mit 2.103 Punkten, dem neuen Jahreshoch.

Von da aus gerechnet fehlen nur 1,3% bis zum Allzeithoch. Trotz aller Krisen (nicht vollständige Stichworte: Griechenland, Brexit, Ölpreis, Kriege mit Flüchtlings­problematik und Nullzinspolitik der Notenbanken) notiert der S&P 500 in Reichweite zu seinem Allzeithoch.

Sicherheit über den Brexit ist Lösung der Blockade

Vor dem Brexit habe ich Ihnen geschrieben: „Verlassen die Britten die EU, mag es kurzzeitig zu Kursrücksetzern kommen. Aber auch dann gibt es Klarheit. Auch die Entscheidung sollte deshalb nach einiger Zeit dafür sorgen, dass die endlos erscheinende Seitwärtsphase mit einem Kursausbruch nach oben beendet wird.“

Unsicherheit hasst die Börse mehr als schlechte Nachrichten. Denn schlechte Nachrichten sind Fakten, die man kennt und mit denen man planen kann. Der Brexit hat planbare Sicherheit gebracht. Und die liebt die Börse.

Es kam genau, wie vorhergesagt. Der S&P 500 fiel kurz zurück und notiert nun auf Jahreshoch. Ein neues Allzeithoch kann er schon Ende dieser Woche erreichen.

US-Börsen heute, Montag, 04.07.2016, geschlossen

Am heutigen Montag ist in den USA der Feiertag Independence Day (Unabhängigkeitstag). An diesem Tag sind die US-Börsen geschlossen.

An deutschen und europäischen Börsen wird normal gehandelt.

Zum guten Schluss: Am 04.07.1826, also heute vor 190 Jahren, verließ Thomas Jefferson, der dritte Präsident der Vereinigten Staaten und einer der Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, diese Welt. Vor rund 200 Jahren schrieb er, was heute mehr denn je gilt:

„Banken sind gefährlicher als stehende Armeen.“

200 Jahre und die Politik hat das nicht in den Griff bekommen. Ich denke, die Politiker könnten das schon, sie wollen aber nicht. Eine Schande.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

4. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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