Brexit-Crash: In London geraten Immobilien unter Druck

Wann der Brexit tatsächlich vollzogen wird, ist noch immer nicht klar. Hier müssen wir uns sicherlich auf langwierige Verhandlungen einstellen. Aber das Brexit-Votum hat jetzt schon klare Auswirkungen auf Großbritannien.

Was dieser beschlossene EU-Austritt konkret wirtschaftlich an negativen Folgen für das Vereinigte Königreich hat, wird sich erst in einigen  Monaten zeigen; dann liegen die Wirtschaftsdaten zum laufenden 3. Quartal 2016  vor.

In London stockt der Immobilien-Handel

Doch jetzt schon hat der Brexit negative Folgen für einen Zweig der britischen Wirtschaft: den Immobilien-Sektor. Derzeit zeigt sich einmalmehr wie sehr der Immobilienmarkt von politischen Entscheidungen abhängt.

Ein Indiz dafür ist der von der Royal Institution of Chartered Surveyors ermittelte Index für den Immobilien-Handel Londons, der jetzt von -35 im Mai auf -46 im Juni fiel.

Dies ist der schlechteste Wert seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2009. Das bedeutet, dass derzeit die Nachfrage nach Immobilien in London drastisch eingebrochen ist, was zu fallenden Preisen führen wird.

Schon jetzt ist eben eine Sache ganz klar erkennbar: Durch den Brexit hat Großbritannien jetzt an Anziehungskraft für Investoren verloren und entsprechend sinkt dann auch die Nachfrage nach Immobilien.

Derzeit ist es noch zu früh die negativen Entwicklungen an fallenden Preisen abzulesen. Doch das ist für mich nur eine Frage der Zeit. Schon bald werden die Preise eben nicht nur in London fallen. Auch andere Teile Großbritanniens werden davon betroffen sein.

Und diese Entwicklung dürfte noch nicht zu Ende sein. Wenn der Brexit in seine Umsetzungs-Phase geht, wird London seine Bedeutung als Finanz-Zentrum verlieren und es werden sich große Teile davon u. a. nach Frankfurt verlagern.

Immobilien taugen nicht als Krisenschutz – die Risiken sind einfach zu groß

Der Londoner Immobilienmarkt ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Immobilien als Krisen-Absicherung rein gar nichts taugen. Sie sind meist die ersten Anlage-Objekte, die in einer Krise an Wert verlieren.

Deshalb rate ich Ihnen auch, außer dem Eigenheim, auf keine Immobilien oder Grundstücke als Wertanlage zu setzen. Viel besser fahren Sie in Krisenzeiten, wenn Sie flexible Anlagewerte bevorzugen, wie ich Sie Ihnen an dieser Stelle immer wieder vorstelle.

26. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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