BrExit-Folgen: Britisches Pfund weiter schwach

Der BrExit nimmt langsam konkrete Formen an; der offizielle Austritt Großbritanniens läuft mittlerweile an.

Dabei wird schon jetzt klar: Hier stehen die Verhandlungs-Partner der EU und Großbritanniens vor einer Herkules-Aufgabe.

Einige Tausend Gesetze müssen an die neuen Rahmenbedingungen angepasst werden. Die Risken werden ohne Frage weiter zunehmen.

Ein guter Indikator, wie aktuell die Lage eingeschätzt wird, bietet hier immer der Devisenmarkt.

Und eines kann ich Ihnen sagen: Der Blick auf das Britische Pfund bietet doch einige erstaunliche Fakten:

Ein kurzer Blick zurück

Besonders auffällig ist die Schwäche beim Britischen Pfund, die ja direkt mit dem BrExit einsetzte.

Aber das war erst der Anfang, der sich im weiteren Verlauf 2016 noch weiter fortsetzte. Dazu schrieb ich schon im November 2016 an dieser Stelle:

„Direkt nach dem Votum im Juni 2016 sackte der Pfund-Kurs mehr oder weniger über Nacht um mehr als 10 % ab. Doch das war erst der Anfang beim Pfund-Absturz.

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ist die britische Währung in den vergangenen Wochen erneut massiv unter Druck geraten.

Aktuell notiert das britische Pfund nur noch auf einen Wert von 1,10 €. Dabei hat die Währung i. d. R. einen massiven Aufschlag zum Euro.

Stellen Sie sich vor: Noch im November 2015 Jahres notierte die britische Währung bei einem Wechselkurs von über 1,40 €!

Britisches Pfund hat bis Ende 2016 in 1 Jahr 20% an Wert verloren

Wir erleben aktuell also eine dramatische Wertverschiebung bei einer der ältesten Währungen der Welt. Auf Jahressicht hat das britische Pfund bis jetzt rund 20% an Wert verloren.

So etwas hat natürlich dramatische Verschiebungen zur Folge:

Die britische Bevölkerung muss aktuell vor allen Dingen für ausländische Waren schon jetzt tiefer in die Tasche greifen.

So haben global agierende Technologie-Konzerne wie Apple schon jetzt die Preise in Großbritannien angehoben.“

Die Lage hat sich etwas beruhigt, ist aber keinesfalls entspannt

Aber in den vergangenen sechs Monaten hat sich die Lage doch wieder beruhigt, und das britische Pfund hat wieder zugelegt:

Bezogen auf den Wechselkurs direkt vor dem BrExit-Votum hat das Pfund bis jetzt nur noch knapp 7% verloren.

Dennoch bleibt die Gefahr weiter hoch, dass die starken Schwankungen auf dem Devisenmarkt weiter anhalten – je weiter der BrExit-Prozess voranschreitet.

Wer aber letztlich der Gewinner des BrExits sein wird, ist noch völlig offen. Es ist auch gut möglich, dass sowohl Großbritannien als auch die Euro-Zone Schaden nehmen.

10. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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