Gesalzene Rechnung: Diese Brexit-Kosten kommen auf Sie zu

Der Brexit bringt für die Briten nicht nur harte und jahrelange Verhandlungen mit der EU mit sich, sondern birgt auch eine große Gefahr:

Den Zerfall des Vereinigten Königreichs.

Die Schotten stellen sich quer

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, dass Schottland angekündigte, 2019 ein neuerliches Unabhängigkeitsreferendum zu starten.

Denn viele Schotten wollen in der EU bleiben.

Schon 2014 gab es ein Referendum, bei dem 55 Prozent der Schotten für den Verbleib im Vereinigten Königreich stimmten. Aber 62 Prozent gegen den Brexit.

Allerdings lehnte London einen Sonderweg Edinburghs ab, beispielsweise im EU-Binnenmarkt und der Zollunion zu verbleiben. Deshalb strebt die schottische Premierministerin Sturgeon nun ein Referendum an.

Doch noch ganz wo anders lauert ein alter Zwist.

Neues Ungemach zwischen Nordirland und Irland?

Auch Nordirland stimmte einst gegen den Brexit.

Aber nicht nur das: Die nordirischen Katholiken wollen eine mögliche Grenze zu Irland, das EU-Mitglied ist, nicht akzeptieren.

Genauso wie die Iren selbst auch: Sie kündigten an, jeden Versuch zu bekämpfen, eine sogenannte harte Grenze zu Nordirland zu errichten.

Diese Brexit-Kosten kommen auf Sie zu

Der Brexit wird teuer. Vor allem für Deutschland, als dem größten Nettozahler der EU. Und das in doppelter Hinsicht.

Zum einen, weil durch den Austritt der Briten ein großer Nettozahler wegfällt. Zum anderen, weil die übrigen EU-Nettozahler diese Finanzlücke auffüllen müssen. Allen voran Deutschland. Und damit Sie.

Wie viel Sie hierzulande tatsächlich mehr berappen müssen, steht noch nicht ganz fest. Zumindest macht die Summe an Mehrkosten von drei bis 4 Milliarden Euro jährlich schon mal die Runde.

Brüssel fordert insgesamt rund 60 Milliarden Euro an Ausgleichszahlungen von London zurück, die es schulden soll.

Dabei geht es vor allem um EU-Mittel, die Großbritannien bereits zugesagt hat – um Pensionen für EU-Beamte, geplante Infrastrukturprojekte und Garantien für Kredite.

Juncker: Gesalzene Rechnung

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat bereits angekündigt, die Rechnung werde „sehr gesalzen“ ausfallen.

Dementsprechend konterte Theresa May, dass die Briten sicher nicht gewaltige Summen an die EU zahlen werden.

Vor allem wollen sie sich nicht zu Ausgleichszahlungen verpflichten, ohne zu wissen, wie die Bedingungen des Zugangs zum Binnenmarkt ausgestaltet sein werden

So können Sie also gespannt sein, wie die Verhandlungen dahingehend zu Ende gebracht werden.

Die Briten wehren sich

Doch ganz so wehrlos sind die Briten nicht. Schon im Januar 2017 drohte Theresa May ganz unverhohlen mit einer Veränderung der Grundlagen des Wirtschaftsmodells.

Konkret mit Steuerdumping falls sich Brüssel nicht genug auf London zubewege.

Wissen Sie, was das heißt? Dass die Briten wettbewerbsfähige Steuersätze einführen könnten, um Unternehmen auf die Insel zu locken. Und das zum Nachteil der EU.

Was aber, wenn die Brexit-Verhandlungen scheitern?

Sicher fragen Sie sich nun, was denn eigentlich geschieht, wenn die Brexit-Verhandlungen letztlich scheitern? Diese Frage trieb uns auch an, deshalb haben wir recherchiert.

In einem solchen Fall müssten Großbritannien und die EU auf der Basis der Regeln der Welthandelsorganisation WTO miteinander Handel treiben. Inklusive Einfuhrzölle.

Ist das nicht verrückt?

10. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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