Brexit-Profiteur: Diageo

Diageo hat im Geschäftsjahr 2015 von guten Geschäften in den USA profitiert.

Damit konnten die Briten Rückgänge in China und Brasilien zum größten Teil auffangen. Der Umsatz sank zwar um 3%, organisch ist Diageo jedoch um 2,8% gewachsen.

Der Vorstandsvorsitzende hatte die Anleger bereits darauf vorbereitet, dass die Umsätze sinken würden. Ein Grund ist eine Umstellung im Vertrieb:

Statt große Mengen neuer Produkte auszuliefern, um die Verfügbarkeit sicherzustellen, stellt Diageo auf ein stärker durch Nachfrage getriebenes Modell um.

Der bereinigte operative Gewinn sank um 2% auf 3,0 Mrd. £, organisch legte er um 3,5% zu. Diageo geht davon aus, die Entwicklung und die Gewinn-Margen im Geschäftsjahr 2017 weiter zu verbessern.

Unterm Strich verdiente der Anbieter von Smirnoff-Wodka und Guiness-Bier 2,36 Mrd. £ und damit 4,3% weniger als im Vorjahr. Hier machte sich u. a. eine höhere Steuerquote bemerkbar.

Den Aktionären soll für das Jahr eine Dividende von 58,5 p gezahlt werden – ein Plus von 5% gegenüber dem Vorjahr.

Vorteil: Nur 11% Umsatz im Heimatmarkt

Nur 11% des Umsatzes entfallen auf Großbritannien. Der Rest verteilt sich auf den Rest der Welt. Die Aufteilung bedeutet auch, dass sich jeder Cent im Pfund-Dollar-Wechselkurs in einem höheren Gewinn niederschlägt.

Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern besitzt Diageo noch einen weiteren riesigen Vorteil: Der Konzern genießt zollfreien Zugang zu den wichtigsten Märkten in den USA und Europa.

Die Spirituosen-Branche profitiert vom Freihandels-Abkommen mit diesen Ländern.

Qualitat statt Quantität

Auf dem Biermarkt gilt Diageo noch als Nischen-Anbieter. Allerdings hat sich der Getränke-Konzern mit der irischen Traditionsmarke Guinness eine beachtliche Position am Markt erarbeitet:

So sieht sich Diageo dank Guinness als weltweite Nr. 1 bei den irischen Bieren, und in Deutschland sogar an der Spitze im Bereich Import- Zapfbiere.

Aber auch in Großbritannien und Irland konnte sich Diageo besser am Markt positionieren:

Dank aufwendiger Werbe-Kampagnen sowie verbesserter Qualität an den Zapfhähnen in den irischen und englischen Pubs stellten sich die Erfolge ein.

Zusammenschlüsse sind keine Bedrohung

Als Nischen-Anbieter betont Diageo immer wieder seinen hohen Qualitäts-Anspruch. Daher empfindet Diageo die jüngsten Zusammenschlüsse unter den Großbrauereien nicht als Bedrohung.

Allerdings dürften sie den Abstand bei den Quantitäten vergrößern. Es sei aber eben nicht Maxime, „mehr Flüssigkeit abzufüllen“, so CEO Ivan Menezes.

Der Burggraben sichert den Wettbewerbs-Vorteil

Die Diageo-Aktie überzeugt durch ihre vielen bekannten Marken. Konsumenten, die gerade bei einem alkoholischen Getränk auf den Geschmack gekommen sind, verhalten sich markentreu.

In Verbindung mit der Größe und der starken Marktmacht trägt dies dazu bei, dass Diageo für Mitbewerber schwer angreifbar ist.

Die Investoren-Legende Warren Buffett spricht in diesem Zusammenhang gern von einem sogenannten „Burggraben“. Der Erfolg von Diageo zeigt sich auch beim Vergleich der Kursentwicklung der Aktie mit dem FTSE 100.

26. August 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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