Brexit: Vor allem deutsche Wirtschaft stark betroffen

Der Brexit wird massive Folgen haben – besonders Deutschland wird stark darunter leiden. Das liegt auch an der hohen Exportabhängigkeit. (Foto: JMiks / shutterstock.com)

Der Brexit und die Folgen spielten in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch eine Rolle. Das ist eine gefährliche Haltung. Denn schon im März 2019 muss es eine endgültige Entscheidung darüber geben, wie der Brexit umgesetzt wird. Daher tauchen immer mehr kritische Stimmen auf. Aber tatsächlich sieht es jetzt so aus, als ob der britische Ausstieg aus der EU tatsächlich kommen sollte.

Doch was bedeutet der Brexit tatsächlich für die deutsche Wirtschaft? Eins kann ich Ihnen sagen: Dieses Ereignis wird massive Folgen für uns und unser Alltagsleben haben. Wie jetzt eine Studie des Europäischen Ausschusses der Regionen, also der Versammlung der Regional- und Kommunalvertreter der Europäischen Union, ergab, leidet vor allem Deutschland unter dem Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit). Von 50 betroffenen Regionen in der EU liegen alleine 41 in Deutschland. Damit ist Deutschland neben Irland das Land, das die meisten Einbußen durch den Brexit haben wird.

Besonders trifft es die Wirtschaft in den Regionen Hamburg, Berlin, Düsseldorf mit dem westlichen Ruhrgebiet sowie Köln und Darmstadt. Dort sind zwischen 16 und 17,5 Prozent der Wirtschaftsleistung im produzierenden Gewerbe vom Brexit betroffen. Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass es mit diesem „Aufschwung“ nicht mehr lange so weitergehen wird. Wenn Großbritannien aus der EU aussteigt, wird das massive Folgen für unsere Wirtschaft haben.

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Exportabhängigkeit Deutschlands wird zur Gefahr

Da der hiesige Aufschwung zum Großteil auf Exporten beruht, wird es allein dadurch einen deutlichen Rückschlag geben. Wenn dazu – wie ich erwarte – noch eine weltweite neue Finanzkrise kommt und die Exporte zusammenbrechen, dann wird aus dem vermeintlichen „Wirtschaftswunderland“ Deutschland sehr schnell ein Land, in dem Not und Elend herrschen. Ich gehe davon aus, dass die nächste Krise Deutschland wegen der einseitigen Exportabhängigkeit von allen Ländern am heftigsten treffen wird.

Für Sie heißt das, dass Sie sich auf jeden Fall bei Ihrer Geldanlage von allen Wirtschaftsbereichen fernhalten sollten, die auf Exporte angewiesen sind. Investieren Sie besser flexibel in verschiedene Anlageklassen. Dabei sollten Sie auch einen zu hohen Anteil an britischen Unternehmen meiden.

Wenn sich viele Befürchtungen rund um den Brexit bewahrheiten wird dann die britische Währung weiter deutlich an Wert verlieren. Und genau das schwächt dann weiterhin auch die britische Industrie. Unterm Strich bleibt es dabei: Durch die starke Exportabhängigkeit Deutschlands werden wir am allermeisten vom Brexit betroffen sein.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.