BRIC oder BRICS: Das sind die neuen Mächte der Weltwirtschaft

An den Börsen herrscht Unsicherheit über den Aufstieg der Emerging Markets.

In 2011 fielen die Kurse an vielen Aktienmärkten der Schwellenländer deutlich. Doch im ersten Quartal 2012 kam es zu einer deutlichen Rallye.

Dabei feierten die BRIC- Stars ein eindrucksvolles Comeback: Die Börsen in Russland, Indien und Brasilien gehören im laufenden Jahr zu den besten Märkten der Welt.

Wie groß mittlerweile die Bedeutung dieser Märkte ist, zeigte sich erst vor einigen Tagen auf dem BRICS Summit in Indien. Dieses Treffen der Staatsoberhäupter und Finanzminister ist das neu entwickelte Gegenstück zum bekannten G-7-Treffen der Industrieländer.

Der BRICS-Gipfel verdeutlicht eindrucksvoll das neue Selbstverständnis der großen Schwellenländer. Sie sind nicht mehr bereit, sich mit der Nebenrolle zufrieden zu geben, die sie in den vergangenen Jahrzehnten in der Weltwirtschaft spielten.

Die Schwellenländer sehen sich inzwischen durchaus auf Augenhöhe mit den alten Wirtschaftsmächten aus Nordamerika, Westeuropa und Japan. Sie mögen vielleicht nicht über den wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Entwicklungsstand verfügen.

Aber dafür besitzen sie gigantische Rohstoffvorkommen und mit ihren großen Bevölkerungen finden sich dort die Binnenmärkte des 21. Jahrhunderts.  Mit diesem neu ins Leben gerufenen Gipfel wollen die bedeutenden Flaggschiffe der Emerging Markets ihre Rolle in der internationalen Wirtschaft und Politik ausbauen.

Die BRIC strecken ihre Hände nach Afrika aus

Aber heißt es nicht eigentlich „BRIC“? Das ist richtig. Das vor gut zehn Jahren von Jim O`Neill entwickelte Konzept, welches inzwischen zum Investmentstandard für die Emerging Markets geworden ist, lautet BRIC – Brasilien, Russland, Indien und China.

Doch die politischen und wirtschaftlichen Führer dieser vier Zugpferde sind schlau. Die große Schwäche des BRIC-Konzepts ist: Der afrikanische Kontinent wird in diesem Konzept überhaupt nicht berücksichtigt.

(In dem zweiten Konzept namens „Next 11“ , das Jim O`Neill im Anschluss an das BRIC-Konzept entwickelt, wurde dieser Fehler sofort korrigiert. Unter den elf Schwellenländern der nächsten und übernächsten Generationen finden sich mit Ägypten und Nigeria bereits zwei afrikanische Länder.)

Doch die BRIC-Staaten wissen um das gewaltige Potential von Afrika: Mit einer Gesamtbevölkerung von rund einer Milliarden Menschen ist Afrika die zweitbevölkerungsreichste Region der Welt (nach Asien).

Zudem sind große Teile von Afrika mit gewaltigem Rohstoffreichtum gesegnet. Beides sind Faktoren, die vor allem Asien dringen braucht: Man braucht die Rohstoffe für das dortige Wirtschaftswachstum und die Binnenmärkte in Afrika für die billigen asiatischen Exporte, die in den westlichen Industrieländern keinen Absatz mehr finden.

Deshalb nahm neben den vier BRIC-Ländern auch Südafrika (das „S“) an dem Gipfel teil. So öffnet man sich das Tor zu Afrika. Auch Sie sollten deshalb in ihrer Investmentstrategie für die Emerging Markets den schwarzen Kontinent nicht vergessen.

5. April 2012

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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