Briten wollen ARM-Übernahme durch Nvidia prüfen

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Die mit 40 Mrd. US-Dollar bewertete Übernahme von ARM durch Nvidia wird von der britischen Regierung genauestens unter die Lupe genommen. Den Briten geht es dabei sowohl um den Erhalt von Arbeitsplätzen als auch der Sicherung des Firmenstandortes in Cambridge. (Foto: michelmond / shutterstock.com)

Als Abonnement meines Newsletters wissen Sie, dass nationale Aufsichtsbehörden ein wichtiges Wort beim Zustandekommen von grenzüberschreitenden Megadeals mitzureden haben. So hat jetzt die britische Digitalisierungsministerin angekündigt, die Übernahme des führenden britischen Chip-Entwicklers ARM durch den US-amerikanischen IT-Konzern Nvidia sorgfältig zu überprüfen.

Rückblick: Megadeal zwischen Nvidia und Softbank

Vor einigen Tagen gab der Prozessorgigant Nvidia aus Santa Clara/Kalifornien bekannt, dass er die im englischen Cambridge ansässige ARM Limited von dem japanischen Mischkonzern Softbank übernehmen werde. Für den Kauf will Nvidia stolze 40 Mrd. US-Dollar (USD) an die Japaner zahlen. Ein Teil dieser Summe soll in bar, der Rest mit Nvidia-Aktien beglichen werden.

Softbank hatte ARM erst vor 4 Jahren übernommen und dafür 32 Mrd. USD hinblättern müssen. Die Japaner hatten seinerzeit zugesichert, dass der britische Chipentwickler seinen Hauptsitz in Cambridge behalten werde. Darüber hinaus hatte Softbank vor 4 Jahren angekündigt, dass sie die Zahl der ARM-Mitarbeiter in Großbritannien verfünffachen wollen.

ARM ist führendes Technologieunternehmen Großbritanniens

Ähnliche Zusagen erwarten die Briten auch bei der aktuellen Übernahme des führenden Technologieunternehmens ihres Landes. Schließlich ist ARM einer der weltweit führenden Chipdesigner auf dem Markt für Mobiltelefone und Supercomputer.

Anfang des Jahres konnte ARM sogar den Mitbewerber Intel als Haus- und Hoflieferant von Apple verdrängen. Neben Apple gehören auch weitere führende Smartphone-Hersteller wie etwa Samsung und Qualcomm zu den Kunden von ARM.

Nvidia und Softbank machen Zugeständnisse

Einige Zugeständnisse haben Nvidia und Softbank bereits in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung zur Übernahme gemacht. So sagte Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia: „ARM wird seinen Hauptsitz weiterhin in Cambridge haben. Wir werden an diesem großartigen Standort expandieren und eine KI-Forschungseinrichtung von Weltklasse errichten.“

Als weiteres Entgegenkommen gab Nvidia bekannt, dass es an die ARM-Mitarbeiter stolze 1,5 Mrd. USD in Aktien ausgeben werde.

Britische Regierung kündigt intensive Prüfung an

Wegen der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung des Megadeals gab  die britische Ministerin für Digitaltechnik, Caroline Dinenage, folgendes Statement vor den Abgeordneten des Unterhauses ab: „Wir arbeiten derzeit sehr hart daran, die vollen Auswirkungen dieses Deals und die möglichen Auswirkungen auf die Zukunft zu untersuchen. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Analyse können wir überlegen, welche Schritte wir möglicherweise unternehmen wollen.“

Des Weiteren teilte Dinenage mit, dass die Minister die Zusagen von Softbank und Nvidia, Arm als erfolgreiches britisches Unternehmen zu erhalten, sorgfältig prüfen werden. Die Regierung habe bereits Gespräche mit den beteiligten Parteien geführt.

Es muss sich also noch zeigen, ob die britische Regierung bzw. deren Aufsichtsbehörde der Transaktion zustimmen werden. Darüber hinaus müssen auch noch die Kartellbehörden aus China, der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten grünes Licht für die Übernahme von ARM durch Nvidia geben. Mit der Realisierung des Deals ist nach Einschätzung von Nvidia daher erst Anfang 2022 zu rechnen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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