Mit Privat- und Arbeitgeberdarlehen Zinsen sparen

Nicht nur Banken können Kredite verteilen, sondern auch Arbeitgeber oder Freunde. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Nicht immer müssen Banken, Versicherungen oder Bausparkassen der alleinige Geldgeber beim Immobilienkauf sein.

Mit einem Arbeitgeberkredit oder einem Darlehen unter Privatleuten lassen sich oft sogar günstigere Konditionen erzielen als beim vergleichbaren Bank- oder Versicherungsdarlehen.

Kredite vom Arbeitgeber

Vor allem dann, wenn ein Arbeitnehmer schon lange im Unternehmen beschäftigt ist, wird oft vom Arbeitgeber ein zinsgünstiges Darlehen beim Immobilienkauf gewährt. Gekoppelt sind diese Kredite meist mit einer Klausel, dass im Fall der Kündigung auch das Darlehen zurückgezahlt werden muss.

Das bedeutet für Sie: Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber den Rücken kehren, müssen Sie das Darlehen bei einer „ganz normalen“ Bank neu aufnehmen.

Leider hat nicht nur so mancher Arbeitnehmer, sondern auch das Finanzamt die zinsgünstigen Arbeitgeberkredite für sich entdeckt. Seit 1993 gilt eine Vorschrift, wonach der Arbeitgeber mindestens 6% Zinsen in Rechnung stellen muss, um nicht einen „geldwerten Vorteil“ zu gewähren.

Werden weniger als 6% Zinsen verlangt, müssen Sie als Arbeitnehmer die Differenz zwischen Ihrem persönlichen Zins und der 6-%-Marke als fiktives Einkommen versteuern!

Praxis-Tipp: Auch wenn Sie eine zinsgünstige Finanzierung vom Arbeitgeber erhalten, sollten Sie bei der Festlegung Ihrer persönlichen Kreditobergrenze mit banküblichen Konditionen kalkulieren.

Damit vermeiden Sie, dass Sie beim Jobwechsel in die Schuldenfalle geraten.

Wichtig: Es gibt ein ganz legales Schlupfloch, um die Versteuerung zumindest teilweise zu umgehen.

Denn: Von dieser Regelung sind Kleinkredite bis zu einem Betrag von 2.556,39 € ausgenommen. Bitten Sie deshalb Ihren Arbeitgeber, Ihnen anstatt eines steuerpflichtigen günstigen Kredits ein zinsloses Darlehen über 2.556,39 € zu gewähren – bei einem marktüblichen Zinssatz von 6% sparen Sie damit immerhin 153,39 € pro Jahr, ohne diese Ersparnis versteuern zu müssen!

Weitere Sonderregelungen gelten für Mitarbeiter von Banken, Bausparkassen und Versicherungen.

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Hier wird nicht der feste Jahreszins von 6%, sondern der marktübliche Zins für Darlehen mit vergleichbarer Zinsbindungsfrist zu Grunde gelegt. Davon wird ein Betrag von 4% abgezogen. Das Ergebnis wird dann wiederum von der tatsächlichen Differenz zwischen Mitarbeiter- und Marktzins abgezogen.

Bleiben mehr als 1.227,10 € pro Jahr übrig, muss der übersteigende Betrag als geldwerter Vorteil dem Einkommen zugeschlagen werden.

Allerdings ist diese Angelegenheit auch oft recht delikat – denn am Geld ist schon so manche Freundschaft zerbrochen. Daher ist es wichtig, von Beginn an klare Verhältnisse zu schaffen und einen Kreditvertrag abzuschließen. Außer den üblichen Personalien sollte ein privater Kreditvertrag die folgenden Daten enthalten:

Kredite unter Verwandten und Freunden

In keiner Statistik ist erfasst, welche Beträge bei der Immobilienfinanzierung nicht über den Bankschalter, sondern über den Wohnzimmer- oder Küchentisch gehen.

Das ist insbesondere dann wichtig, wenn es sich um private Kredite im Zusammenhang mit vermietetem Grundbesitz handelt. Steuerlich werden solche Privatkredite nur dann anerkannt, wenn ein entsprechender Kreditvertrag vorliegt. Ansonsten kann es vorkommen, dass der Kreditnehmer die Schuldzinsen nicht steuerlich absetzen kann.

  • Angaben zum Darlehen wie Kreditbetrag und Zeitpunkt der Auszahlung

  • Die Höhe des Zinssatzes und die Dauer der Zinsfestschreibung

  • Die Rückzahlungsmodalitäten und die Maßnahmen im Fall des Verzug


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.