Bürobedarf und Feuerzeuge für mehr Rendite

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Kleinvieh macht auch Mist. Nach diesem Prinzip engagiert sich BIC in den Bereichen Bürobedarf, Papier oder Feuerzeuge. Wir erklären, was die Aktie drauf hat. (Foto: Tzido Sun / shutterstock.com)

Wenn eine Aktie über Jahre nur den Weg nach unten einschlägt, sind die meisten Anleger wohl schon nicht mehr dabei. Die ganz eisernen Aktionäre wünschen sich dagegen nichts sehnlicher als eine Trendwende. So wie Aktionäre von BIC. Der Spezialist für Papier und Bürobedarf punktet mit einer Dividendenrendite von knapp 7% – mit mehr aber auch nicht. Der Kurs darbt seit Jahren.

Wir haben den Wert nüchtern analysiert und geben eine klare Einschätzung für Sie ab. Zunächst aber ein paar Hintergründe zum Unternehmen. BIC ist ein bekannter französischer Markenartikelhersteller. Die Produktpalette umfasst Schreibinstrumente (Kugelschreiber, Filzstifte, Korrekturprodukte – hier ist BIC weltweit Nr. 1), Feuerzeuge und Einwegrasierer für Herren und Damen. Bekannte Markennamen sind BIC und Tipp-Ex. Produktion und Distribution erfolgen weltweit, mit Schwerpunkten in Europa, den USA und Südamerika.

Konkurrenz macht BIC das Leben schwer

BIC hat für 2019 solide Zahlen vorgelegt, ist aber aufgrund des schwachen 4. Quartals hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Der Umsatz blieb auf dem Vorjahresniveau von knapp 2 Mrd €. Untem Strich konnte ein leichtes Gewinnplus von 1,7% auf 176 Mio € erzielt werden. Besonders gut liefen die Geschäfte in Europa. Hier konnte sogar ein Umsatzplus von 2,3% auf rund 560 Mio € erzielt werden.

Dagegen hat uns die Entwicklung der Geschäfte in Nordamerika und den Schwellenländern enttäuscht. Hier wurde weniger verdient als im Vorjahr. BIC musste mit Verkaufspreisanpassungen auf die starke Konkurrenz reagieren, und gleichzeitig sind die operativen Kosten angestiegen. Die BIC-Feuerzeuge stehen zwar immer noch für eine sehr gute Qualität, doch die Konkurrenzprodukte aus Fernost werden immer besser. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Qualitätsführerschaft eingeholt ist und BIC keine Verkaufspreisaufschläge mehr verlangen kann. Wir halten es deshalb für richtig, dass sich BIC stärker auf das Schreibwaren- Segment konzentrieren möchte.

Warum sich das Warten lohnen kann

Für 2020 rechnet der Konzern mit einer Stabilisierung der operativen Marge. Dazu sind vor allem Kostensenkungen notwendig, denn verkaufspreisseitig ist der Wettbewerb zu groß. Gleichzeitig soll die internationale Expansion vorangetrieben werden. Hier hoffen wir auf deutlichere Wachstumsimpulse aus den Schwellenländern, die zuletzt vollständig ausgeblieben sind. Aus aktueller Sicht ist die Aktie von BIC bestenfalls Durchschnitt. Das heißt aber nicht, dass der Wert für uns ein Rohrkrepierer ist. Wir beobachten BIC ganz genau und haben vor allem die Entwicklung des Wachstums im Blick. Kommen hier Impulse, dürfte auch die Aktie anspringen. Warten Sie bis dahin aber besser noch ab!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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