Bund-Future: Beginnt bald der Anleihen-Crash?

Liebe Leser, wie Sie wissen bin ich ja bezüglich der langfristigen Anlage in Anleihen schon seit einiger Zeit recht skeptisch. […]

Liebe Leser,

wie Sie wissen bin ich ja bezüglich der langfristigen Anlage in Anleihen schon seit einiger Zeit recht skeptisch.

2 Gründe, warum ein Investment in Anleihen meines Erachtens aktuell wenig sinnvoll ist:

1. Ein durchschnittlicher Zinssatz von 2,98%, wie er durch die Umlaufrendite ausgedrückt wird, erscheint nicht sonderlich attraktiv. Derart niedrige Zinssätze ’schreien‘ geradezu nach einer Korrektur.

2. Sollten die Zinsen steigen, werden die Anleihekurse fallen. Denn der Kurs einer Anleihe entwickelt sich gegensätzlich zur Entwicklung der Zinsen. Das ist auch verständlich, denn wer zahlt schon einen hohen Kurs für eine Anleihe, die 2% bringt, wenn in der Zwischenzeit das allgemeine Zinsniveau schon wieder gestiegen ist. Der Kurs der 2%-Anleihe sinkt dann so lange, bis ein neuer Käufer damit die gleiche Rendite erzielt, als wenn er direkt eine neu aufgelegte Anleihe mit dem aktuellen Zinssatz kaufen würde.

Wenn Sie nun in der 2%-Anleihe bereits investiert sind, würden Sie also deutliche Kursverluste erleiden.

Die Kursentwicklung der deutschen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren lässt sich sehr gut am Euro-Bund-Future ablesen, der an der europäischen Terminbörse EUREX gehandelt wird.

Der Euro-Bund-Future ist ein Finanzinstrument, das eine Verpflichtung darstellt, eine fiktive Bundesanleihe zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt (Liefertag) zu einem beim Abschluss vereinbarten Preis (Nominalwert) zu kaufen. Der Verkäufer hat die Verpflichtung, diese Anleihe zu verkaufen. Weil der Bund-Future auf Erwartungen der Marktteilnehmer basiert, ist er ein Indikator für die zukünftige Entwicklung der (langfristigen) Zinsen. Sinkt der Kurs des Bund-Future, so steigt wie bei Rentenpapieren die Rendite, bei steigenden Kursen ist die Rendite niedriger. Entsprechend ist also die Erwartung der Marktteilnehmer, was die Zinsentwicklung anbelangt: steigende Kurse drücken die Erwartung sinkender Marktzinsen aus und fallende Kurse deuten auf steigende Zinsen hin. (Quelle: Wikipedia)

Werfen wir nun gemeinsam einen Blick auf den Point&Figure-Chart des Euro-Bund-Future. (Ich habe hier als Kästchengröße eine Einstellung von 0,5% und wie immer an dieser Stelle eine Umkehr von 3 Kästchen verwendet.)

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Euro-Bund-Future: 124% und 119% sind die entscheidenden Kursmarken

Seit Juli 2009 befindet sich der Euro-Bund-Future in einer breiten Konsolidierung zwischen ca. 119% und 124%.

Um es klar zu sagen: Aktuell liegt in diesem Point&Figure-Chart noch kein Verkaufssignal vor. Ein klares Point&Figure-Verkaufssignal würde sich erst bei Kursen unter 119% bilden. Wäre das der Fall, müssten wir mit einem weiteren Absinken der Anleihenkurse und einem deutlichen Anstieg der Zinsen rechnen.

Sollte der Euro-Bund-Future allerdings über 124% steigen, läge ein deutliches Kaufsignal vor, die Anleihenkurse würden steigen und die Zinsen entsprechend sinken.

Solange die charttechnische Lage noch nicht eindeutig ist, empfehle ich Ihnen, den Anleihenmarkt weiter zu meiden und in eindeutigeren Märkten zu investieren. Ein Anleihen-Crash ist also momentan (noch) nicht zu erwarten. Allerdings: Eine Rendite von 2,98% im Jahr ist – wie gesagt – wenig dazu angetan, uns zu begeistern. Tendenziell ist also eher mit einem nach unten ausbrechenden Euro-Bund-Future zu rechnen.

Viel Erfolg an den Börsen,

Ihr

Jörg Mahnert


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Jörg Mahnert
Von: Jörg Mahnert. Über den Autor

Jörg Mahnert, Jahrgang 1966, kam bereits in jungen Jahren in Kontakt mit der Börse. Bereits mit 18 Jahren betreute er sowohl eigene Depots als auch den familiären Aktienbesitz.

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