Bundesanleihen: 10 Jahre festlegen oder nicht – die große Zinsfrage

Noch immer suchen Investoren Zins-Schutz vor den Folgen der Finanzkrise(n) an den Finanzmärkten. Achtung: dies kann in den kommenden Jahren wichtig werden, wenn die versprochenen Zinsen plötzlich ausfallen. Daher hilft besonders die richtige Wahl von Zinspapieren, wenn Sie Kapitalschutz suchen. Ob die 10-Jahre-Bundesanleihen dazu gehören, entscheiden Sie hier einfach selbst.

Zinsen nicht hoch

Zunächst schränken wir direkt ein: die Zinsen für 10-Jahre-Bundesanleihen sind nicht hoch. Diese relative Aussage bezieht sich auf Zinsen, die Sie beispielsweise im Vergleich mit Mittelstandsanleihen oder Anleihen anderer Länder kassieren können.

Bevor Sie bewerten, geben wir Ihnen jedoch noch einige Handelsinformationen an die Hand: Bundesanleihen sind grundsätzlich genauso wie „Schuldpapiere“ von anderen Staaten oder Unternehmen Wertpapiere.. Diese Wertpapiere beinhalten das Recht auf Rückzahlung und regelmäßigen Zinsauszahlungen gemäß der versprochenen Modalitäten.

Konkret: Wer diese Papiere kauft, leiht damit dem Staat zu den festgelegten Konditionen Geld. Am Ende der Laufzeit erhalten Sie dann im Normal- oder Idealfall die Summe zurück, die Sie dem Staat geliehen haben, also 100%.

Während der Laufzeit zahlt der Staat – in der Regel jährlich – Zinsen. Diese Zinsen beziehen sich auf die Ausleihsumme in Höhe von 100%.

Also: 5% Zinsen bei einem Nominalbetrag der gekauften Anleihe in Höhe von 1.000 Euro bedeuteten für Sie genau 50 Euro Zinseinnahmen. Die “Rendite” der Anlage (also die effektive Verzinsung) hängt aber von anderen Faktoren ab: Ihrem tatsächlichen Kaufpreis sowie dem späteren Rückzahlungsbetrag.

Rendite ist entscheidend

Sie können Bundesanleihen über die Börse an- und verkaufen. Damit unterscheiden sich sowohl die Einstandskurse als auch die Verkaufskurse von den Bedingungen der Anleihe. Sofort ändert sich Ihre tatsächliche Rendite.

Kaufen Sie günstig und verkaufen teuer, wird die Rendite über den nominellen Zinsen liegen. Beispiel: Kaufen Sie zu 95% und verkaufen zu 105%, erwirtschaften Sie bei einer Haltedauer von 1 Jahr 5% Zinsen + gut 10% Kursgewinn.

Wichtig ist es daher für Sie, die Rendite zu vergleichen. Die aber wird bei Bundesanleihen auch für eine 10 Jahre Laufzeit niedriger sein als bei vielen Unternehmensanleihen.

Es gilt immer der Grundsatz: die aktuelle Rendite ist ein Spiegelbild der jeweiligen Sicherheit des Schuldners, das geliehene Kapital auch wieder zurückzahlen zu können. Je höher die Rendite desto mehr Risiko gehen Sie ein.

  • Bundesanleihen sind „zu sicher”: daher muss der Bund weniger Zinsen zahlen als andere Staaten oder Unternehmen
  • Bundesanleihen orientieren sich am allgemeinen Zinsniveau und geben wegen Ihrer hohen Sicherheit praktisch keine Risikoprämie
  • Bundesanleihen haben das höchst mögliche Rating. Aktuell: “AAA” – die Bestnote, bei allen Ratingagenturen. Und das schon seit Jahrzehnten, und der Ausblick sind sehr stabil.

Gevestor meint: Schon wegen des hohen Ratings von “AAA” sind Bundesanleihen aus der Sicht einer möglichst hohen Verzinsung nicht besonders attraktiv. Hier können Sie die aktuellen Renditen alles aktuell im Umlauf befindlichen Bundesanleihen sehen, sortiert nach Restlaufzeit.

Als Beimischung im Depot können Sie solche Anleihe halten, wenn Sie Stabilität suchen. Hier gilt das Motto: „Sicherheit vor Rendite“. Immerhin bringen Bundesanleihen etwa im Herbst 2014 mit 1, 0% Rendite mehr als durchschnittliche Geldmarktfonds.

Der Zins von Anleihen mit einer 10 Jahre Laufzeit ist in der Regel höher als bei kürzeren Laufzeiten. Denn das Risiko steigt mit der Länge der Laufzeit: je länger Sie als Investor auf die Rückzahlung warten müssen, desto ungewisser ist die Situation. Bei der Frage Bundesanleihe ja oder nein liegt es alleine an Ihrer persönlichen Risikoneigung, ob Bundesanleihen das richtige Investment sind oder nicht.

4. August 2011

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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