Bundesanleihen: Keine 100%ige Sicherheit mehr

Noch immer gelten Bundesanleihen als absolut sicher.

Was früher auch richtig war, könnte schon in wenigen Jahren auf den Kopf gestellt werden.

Im direkten Vergleich ist eine Unternehmensanleihe noch deutlich spekulativer als eine Bundesanleihe. Das Risikoprofil ändert sich jedoch, wenn Sie die langfristig schlechter werdenden Aussichten der Bundesanleihen mit drohenden Kursverlusten berücksichtigen.

Es lohnt sich für Sie also, die Zins-Alternativen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Im Folgenden analysiert der „Geldanlage-Berater“ die zunehmenden Risiken der Bundesanleihen und zeigt Ihnen, wie Sie mit Unternehmensanleihen, Genussscheinen, Wandelanleihen und Aktienanleihen weit über der Inflationsrate liegende Zins-Renditen erzielen können.

Die Zins-Alternativen werden noch aussichtsreicher für Sie, wenn Sie nicht nur eine hochverzinsliche Unternehmensanleihe in Ihr Depot aufnehmen, sondern einen Korb aus 4 bis 6 Anleihen bilden.

Mit einer solchen Risikostreuung erhöhen Sie deutlich die Sicherheit und erhalten eine stark überdurchschnittliche Rendite-Erwartung von über 7% pro Jahr.

Das ist ein Renditevorsprung von rund 100% gegenüber Bundesanleihen mit mittlerer Laufzeit. Bundesanleihen gelten hierzulande als sicherste Anlageform für Privatanleger.

In der über 50-jährigen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurde bisher jede Anleihe, die der Staat begeben hat, mit Zinsen bedient und am Ende der Laufzeit zum vollen Nominalwert zurückgezahlt.

Diese Sicherheit bestätigen auch die internationalen Rating-Agenturen. Sie vergeben für deutsche Staatsanleihen die bestmögliche Note, das „Triple-A“ (AAA).

Die Wahrheit von „AAA“

Diese Sicherheit hat für Sie jedoch auch Schattenseiten. Die Rendite für kurzlaufende Bundesanleihen liegt auf Festgeldniveau bei rund 2,5%.

Selbst wenn Sie sich für die 30 Jahre lang laufende Bundesanleihe entscheiden und Ihr Geld über Jahrzehnte binden, können Sie zurzeit maximal eine jährliche Rendite von 4,6% einstreichen.

Solche Schmalspurrenditen könnten Sie vielleicht akzeptieren, wenn Sie weiterhin mit einem Höchstmaß an Sicherheit belohnt würden. Doch das ist nicht der Fall.

Niemand kann Ihnen heute garantieren, dass Sie Ihr in Bundesanleihen investiertes Geld in 30 Jahren mit absoluter Sicherheit in voller Höhe ausbezahlt bekommen. Anstelle von satten Gewinnen könnten also auch böse Überraschungen auf Sie lauern.

Unsicherheiten bei Bundesanleihen durch ausufernde Staatsverschuldung

Betrachten Sie kurz die Entwicklung der deutschen Staatsverschuldung. Bei den letzten Koalitionsverhandlungen wurde die prekäre Lage der Staatsfinanzen abermals sichtbar.

Die neue Regierung versucht erst gar nicht, einen verfassungskonformen Haushalt in den Bundestag einzubringen. Die Neuverschuldung wird deutlich über den staatlichen Investitionen liegen.

Dieses Versagen ist das Ergebnis einer langen Abwärtsbewegung. Der letzte Haushaltsüberschuss datiert aus dem Jahre 1969. Regelmäßige Überschüsse, die für einen deutlichen Schuldenabbau notwendig wären, erzielte nur der Finanzminister Fritz Schäffer in seiner Amtszeit von 1949

bis 1957.

29. November 2011

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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