Bundesbank sicher: Immobilien in deutschen Städten deutlich zu teuer

Die Deutsche Bundesbank meldete sich im jüngst veröffentlichten Monatsbericht zur Lage am deutschen Immobilienmarkt zu Wort. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Noch immer ist die Lage am Immobilienmarkt in den deutschen Boomstädten wie München extrem angespannt. Und in den letzten Wochen war auch noch zu lesen, dass zusätzlicher Druck auf den Markt durch potente Käufer aus aller Welt kommt. Neben amerikanischen Käufern seien es nun vermehrt Chinesen, die Immobilienengagements in Deutschland eingehen würden.

In diversen Marktberichten ist zu lesen, dass für solvente Chinesen Wohnungen in deutschen Großstädten immer noch als „Schnäppchen“ gelten; nicht zuletzt deshalb, weil in Peking oder Shanghai bei Wohnungen Quadratmeterpreise zwischen 10.000 und 18.000 Euro aufgerufen und bezahlt werden.

Deutsche Bundesbank warnt vor Überbewertung

Höchst spannend ist allerdings, dass die Ökonomen der Deutschen Bundesbank die aktuell aufgerufenen Preise für Eigentumswohnungen und Häusern in deutschen Städten als deutlich zu teuer ansehen. Wörtlich heißt es im jüngsten Monatsbericht: „In den Städten liegen die Preise von Wohneigentum weiterhin deutlich über dem Niveau, das durch die längerfristigen wirtschaftlichen und demografischen Einflussfaktoren gerechtfertigt erscheint.“

Und die Bundesbanker beziffern auch gleich konkret das Maß der Überbewertung. Diese Preisübertreibungen lagen nach ihren Schätzungen im Jahr 2017 zwischen 15 und 30 Prozent. Noch stärker überteuert seien Wohnimmobilien in Großstädten, zu denen Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln, München und Stuttgart zählen. Dort dürften die Preisabweichungen nochmals zugenommen haben und mittlerweile bei 35 Prozent liegen. Ohne Zweifel, 35 Prozent sind schon ein Wort!

Preisanstieg auch im Jahr 2017

Das liegt vor allem daran, dass in den deutschen Städten insgesamt der Preisauftrieb bei Wohnimmobilien auch im vergangenen Jahr nicht nachließ. Laut Berechnungen der Bundesbank auf Basis von Angaben der bulwiengesa AG stiegen 2017 die Preise für Wohneigentum dort nach wie vor kräftig um rund 9 Prozent.

Der Preisauftrieb war damit noch etwas stärker als in den drei vorausgehenden Jahren, in denen sich die Preise um durchschnittlich 7,5 Prozent erhöht hatten. In den Großstädten ging die Preisdynamik im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 1,75 Prozentpunkte auf 9,25 Prozent zurück. Dennoch lag die Rate der Bundesbank zufolge damit über dem Durchschnitt der drei vorherigen Jahre.

Ja, liebe Leser, der Hype am deutschen Wohnimmobilienmarkt nimmt immer extremere Züge an. Kein Wunder, dass nun selbst die Profis der Bundesbank von einer deutlichen Überbewertung schreiben. Das sollte eigentlich Warnung genug sein. Deutlicher geht es kaum mehr. Lassen Sie sich ja nicht zu einem hoffnungslos überteuerten Immobilienengagement hinreißen.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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