Bundesbank warnt: Bitcoin zum 1. Mal über $ 1.750

Nach der Wahl in Frankreich sollte der Euro vorerst gerettet sein.

Es steht kein EU-Austritt Frankreichs an – und schon gar keine Rückkehr zum Franc. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, wenn wir einen Blick auf die passenden Charts werfen.

Euro wird abverkauft

Der Höhenflug ist wohl beendet. Wir haben kurzfristig im EUR/USD die 1,10 geknackt, aber das war es auch schon. Heute notiert der Euro im Vergleich zum US-Dollar unter 1,09.

Das Beben der französischen Wahl beruhigt sich langsam. Nur, wenn die Volatilität jetzt wieder einbricht, müssen wir unter Umständen sehr lange auf den nächsten Impuls warten.

Unten sehen Sie den EUR/USD im Tageschart mit der gelben 20-Tage-Linie. Positiv gesehen, haben wir hier aktuell höhere Hochs. Das ist isoliert betrachtet ein Anzeichen für einen Aufwärtstrend.

Allerdings sind die Hochpunkte genau zu den jeweiligen Wahlrunden in Frankreich aufgetreten und deshalb nahezu irrelevant.

Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine – und genau das zeigt der Chart auch.

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Fraglich ist, wo sich EUR/USD Ende des Monats eingependelt hat. Geht es wieder runter in die Region um 1,06 oder 1,07? Oder können die Bullen den Euro mit Ach und Krach über 1,08 US-Dollar halten?

Erst wenn die politischen Irrungen und Wirrungen im Markt herausgefiltert wurden, haben wir wieder Kurse, die wir realistisch einschätzen können.

Alles andere sind Emotionen und die sind an der Börse bekanntlich hinderlich.

Zahlen Sie noch mit Euro?

Krypto-Währungen waren lange Zeit verpönt, von den Banken geächtet und vom Kleinanleger als Casino betrachtet.

atsächlich ist die echte Alternative zum Giralgeld inzwischen ein fester Bestandteil der Wirtschaft. Und so ist es kaum verwunderlich, dass deren Wert auch immer einmal wieder Sprünge macht.

Dies ist besonders seit Sommer 2016 zu sehen, wenngleich der aktuelle Frühling speziell Bitcoin beflügelt hat.

Bitcoin ist quasi das neue Öl. Denn der Handel geschieht in erster Linie in US-Dollar.

Unten eingezeichnet sehen Sie den Tages-Chart der vergangenen 12 Monate. Im Gegensatz zum EUR/USD fällt Bitcoin aber nach der 2. Wahlrunde in Frankreich nicht.

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Heute wurden dazu zum 1. Mal die 1.750 US-Dollar pro Bitcoin geknackt.

Im Vergleich zum Sommer hat sich diese Krypto-Währung also etwa verdreifacht – keine schlechte Investition für alle, die damals in der Seitwärts-Phase eingestiegen sind.

Doch es bleibt natürlich ein großes Risiko. Der Markt schwankt deutlich und ist im Vergleich zum Devisenmarkt klitzeklein.

Deshalb hat die Deutsche Bundesbank bereits eine Warnung ausgesprochen. Dass nur wenige Menschen an den Werterhalt im Euro glauben, ist dort vermutlich auch schon angekommen.

Dies können Sie jetzt auf 2 Weisen betrachten:

Einerseits ist klar, dass eine Bank keine Konkurrenz mag. Insofern ist es nur allzu verständlich, dass vor Krypto-Währungen gewarnt wird. Früher wollten Banken sie schließlich noch verbieten.

Jedoch ist dies nur eine Seite der Medaille. Als Wertaufbewahrungs-Mittel ist Bitcoin tatsächlich nicht die alleinige Musterlösung. Die Schwankungen sind, wie gesagt, wie zu hoch.

Schauen Sie sich den Chart an: Die Kurse sind im März schnell von 1.300 auf unter 1.000 US-Dollar gefallen – ein Einbruch von über 20% innerhalb weniger Tage ist kein Zeichen für Stabilität!

Bitcoin nicht alternativlos unter den Krypto-Währungen

Wer langfristig denkt und Schwankungen ausblenden kann, sollte sich dennoch überlegen einen Teil seines Kapitals in Krypto-Währungen zu stecken.

Bitcoin lag 2015 noch bei 200 US-Dollar. Bis Ende des Jahres könnte es 2.000 US-Dollar werden. Aber es muss auch gar nicht unbedingt der teure Bitcoin sein!

Alternativen wie Ethereum kosten aktuell knapp 90 US-Dollar pro Stück, Ripple sogar nur 0,17 US-Dollar.

Beide haben immerhin eine Marktkapitalisierung von über 6 Mrd. US-Dollar – Bitcoin hat dagegen derzeit 29 Mrd.

9. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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