BVB-Aktie: Darauf kommt es jetzt an

Kaum ein Thema wurde in Fußball-Deutschland in den vergangenen Tagen so heiß diskutiert wie der sich immer mehr abzeichnende Wechsel von BVB-Kapitän Mats Hummels zum deutschen Rekordmeister FC Bayern München.

Heute Morgen las ich in der „Süddeutschen Zeitung“ folgendes Zitat von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu diesem Thema: „Wir haben eine Ablösesumme genannt, die nicht verhandelbar ist. Sie ist entweder zu hundert Prozent zu zahlen, oder der Wechsel findet nicht statt.“

Es wird spekuliert, dass die Borussia für Fußball-Weltmeister Hummels (aktueller Marktwert: 32 Mio. Euro) bis zu 40 Mio. Euro von den Bayern fordert. Der Abwehrchef hatte den Bundesligisten in der vergangenen Woche um die Freigabe aus seinem noch bis 2017 laufenden Vertrag für einen Wechsel zum deutschen Rekordmeister gebeten.

Parallelen zum „Fall“ Lewandowski

Jetzt kommt es für die BVB-Fans und die Aktionäre von Borussia Dortmund unter Ihnen darauf an, wie dieses Thema ausgeht. Vielen BVB-Fans wäre es sicher lieber, Mats Hummels nicht in diesem Sommer nach Bayern ziehen zu lassen oder zumindest nicht unter den kolportierten 40 Mio. Euro.

Andererseits läuft der Vertrag von Mats Hummels im Sommer 2017 aus und er könnte den BVB dann ablösefrei in Richtung München verlassen – so, wie im Sommer 2014 Robert Lewandowski. Er hatte zu diesem Zeitpunkt einen Marktwert von 50 Mio. Euro (heute 70 Mio. Euro) und kostete den FC Bayern nicht einen Cent an Ablöse.

Ein Jahr zuvor – also im Sommer 2013 – hätte der BVB noch eine Ablöse für ihn erzielen können. Im Gespräch waren damals 35 Mio. Euro, die die Bayern angeblich bereit waren zu zahlen. Der BVB entschied sich dafür, den Spieler nicht gehen zu lassen und verzichtete somit auf 35 Mio. Euro.

Aktuell ist die Situation von Mats Hummels vergleichbar mit der von Robert Lewandowski damals. Borussia Dortmund kann nur noch in diesem Sommer und mit Abstrichen im kommenden Wintertransferfenster mit Hummels Kasse machen.

40 Mio. Euro, weniger oder doch gar nichts

Wie wird sich der FC Bayern entscheiden? Werden Sie die (aus meiner Sicht überzogene) Forderung des BVB erfüllen? Werden Sie versuchen, die Ablöse zu drücken oder werden Sie bis zum Sommer 2017 warten um Hummels dann ohne Ablöse zu bekommen?

Und wie sieht es beim BVB aus? Ist man bereit dazu, Hummels im Zweifel doch für eine geringere Ablöse gehen zu lassen um nicht zu riskieren, dass man am Ende mit komplett leeren Händen dasteht oder bleibt BVB-Boss Watzke eisern und verzichtet im Zweifel auf eine Ablöse?

Ich denke, dass hier letztlich unter Abwägung von emotionalen und rationalen (also rein finanziellen) Gesichtspunkten entschieden wird. Viele Fans würden wohl dafür plädieren, Hummels in diesem Sommer nicht gehen zu lassen, um die Bayern zu ärgern – gleichzeitig aber auf eine Ablöse verzichten.

Die BVB-Aktionäre hingegen wären sicher nicht so gern bereit dazu, Hummels ohne eine Ablöse gehen zu lassen. Aus meiner Sicht sollte Dortmund ihn zur Not auch für einen geringeren Betrag gehen lassen.

Denn sportlich wird man ihn zumindest weitestgehend ersetzen können und die nationale Konkurrenz (ausgenommen Bayern) wird Dortmund nach meiner Einschätzung auch ohne Hummels auf Distanz halten können.

Bedeutung für die BVB-Aktie

Die BVB-Aktionäre unter Ihnen sollten darauf vorbereitet sein, dass ein Nicht-Verkauf von Mats Hummels in diesem Sommer die BVB-Aktie unter Druck setzen dürfte, denn das würde sehr wahrscheinlich bedeuten, dass dem Verein und damit auch der AG eine lukrative Millioneneinnahme im zweistelligen Bereich durch die Lappen ginge.

2. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt