BVB: Fußball-AG mit roten Zahlen

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Der BVB hat heute Zahlen für das Geschäftsjahr 2019/2020 vorgelegt, die von den Folgen der Corona-Pandemie deutlich negativ beeinflusst sind. (Foto: Lutsenko Oleksandr / shutterstock.com)

Derzeit läuft in Lissabon die Endrunde der Fußball Champions League. Normalerweise gibt es ab dem Achtelfinale (bis einschließlich Halbfinale) ein Hin- und Rückspiel und jede der beiden Mannschaften, die gegeneinander antreten, haben ein jeweils ein Heim- und ein Auswärtsspiel.

In diesem Jahr läuft es Corona-bedingt wie folgt: Alle Spiele finden ohne Zuschauer statt und es gibt nur ein KO-Spiel auf neutralem Platz (alle Spiele finden in Lissabon statt). Ein interessanter Modus, wie ich finde. Denn in nur einem einzigen Spiel kann alles passieren.

Dadurch steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Außenseiter gegen den Favoriten durchsetzt. In diesem Jahr haben mit Bayern München (jetzt gegen Lyon) und RB Leipzig (Paris) zum ersten Mal seit 2013 wieder zwei deutsche Mannschaften das Halbfinale erreicht.

2013 schaffte es neben Bayern auch der BVB. In diesem Jahr jedoch schieden die Dortmunder früher in dem Turnier aus und legten auch insgesamt keine allzu erfolgreiche Saison hin. Immerhin sind die Schwarz-Gelben nächstes Jahr wieder in der Königsklasse mit von der Partie.

Dadurch gibt es auch Hoffnung, dass die Dortmunder anders als im Geschäftsjahr 2019/2020 (bis Ende Juni) unter dem Strich wieder schwarze Zahlen schreiben. Blicken wir nun auf die heute vorgelegten Vorabzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Nettoergebnis und operatives Ergebnis im roten Bereich

Borussia Dortmund erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 (bis Ende Juni) eine Bruttogesamtleistung (Umsatzerlöse zuzüglich realisierter Brutto-Transferentgelte) in Höhe von 486,9 Mio. Euro. Dieser Wert liegt leicht unter dem Vorjahreswert von 489,5 Mio. Euro. Der Umsatz blieb mit 370,2 Mio. Euro nahezu konstant (Vorjahr: 370,3 Mio. Euro).

Das Ergebnis betrug im zurückliegenden Geschäftsjahr -44,0 Mio. Euro nach zuvor +17,4 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit -46,6 Mio. Euro ebenfalls im negativen Bereich. Der Vorjahreswert lag bei +21,8 Mio. Euro.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) reduzierte sich zwar deutlich von 116,0 Mio. Euro auf 63,0 Mio. Euro, lag damit aber immerhin nicht im roten Bereich. Die Erlös- und Ertragslage des BVB war ab Mitte März dieses Jahres erheblich von den Folgen der Corona-Pandemie beeinflusst.

Zunächst fanden gar keine Spiele statt und später wurde die Bundesliga-Saison ohne Zuschauer in den Stadien zu Ende gespielt. In Folge dessen wurde das in den ersten 9 Monaten realisierte Umsatzwachstum von 6,3% durch Umsatzrückgänge von über 25% in den letzten 3 Monaten des Geschäftsjahres 2019/2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal, einhergehend mit einem hohen Ergebnisrückgang, vollständig eingebüßt.

Meine Einschätzung zur BVB-Aktie

Die Schlussgong-Stammleser unter Ihnen werden bereits wissen, wie ich zu Investments in Fußballaktien stehe: Ich rate langfristig orientierten Investoren, die Finger von solchen Papieren zu lassen.

Gerade im Fußball und anderen Sportarten gibt es viele Risiken, die zu stark schwankenden Kursen führen können. Hierzu zählen z. B. die Verletzung eines Topspielers, das Platzen eines lukrativen Transfergeschäfts und aktuell die Corona-Pandemie. Daher ist auch die BVB-Aktie für mich kein Kauf-Kandidat.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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