BYD-Aktie: Chinesicher Elektrobauer meldet Gewinneinbruch

BYD: Batteriespezialist leidet unter nachlassenden Subventionen. Gewinn schmilzt um 70% zusammen (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Lange Zeit erfreute sich die Aktie des chinesischen Spezialisten für Elektroautos höchster Beliebtheit. Alleine im vergangenen Jahr stiegen die Papiere um zwischenzeitlich 90%. Doch seither stockt es im Getriebe. Der jüngste Erholungsversuch wurde mit Vorlage der Zahlen zum ersten Halbjahr abrupt abgewürgt.

BYD im Portrait

Die BYD Company Ltd. mit Sitz in China beschäftigt sich mit dem Bau von Automobilen und Automobilteilen (BYD Auto), Neue Energien (Solarfarmen, Energiespeicher, Elektrofahrzeuge, LED) und IT. Im Automobilsektor entwickelt und produziert BYD Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren, Hybridfahrzeuge und Elektrofahrzeuge. Wichtiger Kooperationspartner ist der deutsche Automobilhersteller Daimler AG.

BYD entwickelt zudem wiederaufladbare Batterien (Nickel-Cadmium, Li-ion) für diverse Anwendungsgebiete, darunter Automobil und Mobile. Zudem gehören Ladegeräte und Hüllen für Mobiltelefone sowie Keypads zum Produktportfolio von BYD. Neben eigenen Niederlassungen in China (Guangdong, Beijing, Shaanxi, Shanghai, und Changsha) betreibt BYD Büros in den USA, Europa sowie in anderen Teilen Asiens.

Gesunkene Subventionen sorgen für kräftigen Gegenwind

Im ersten Halbjahr verzeichnete BYD auf Grund gesunkener Subventionen einen kräftigen Gewinneinbruch. Auch wenn der Umsatz um 20% auf 54 Milliarden Yuan anstieg, schmolzen die Gewinne regelrecht zusammen. Standen im Vorjahreszeitraum noch gut 1,7 Milliarden Yuan in den Büchern, waren es jetzt nur noch 479 Millionen Yuan oder umgerechnet rund 60 Millionen Euro. Das entspricht einem satten Rückgang um mehr als 70%.

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Dabei sahen die Absatzzahlen gar nicht mal schlecht aus. Unter dem Strich stiegen die Verkaufszahlen von rein batteriebetriebenen Fahrzeugen und Wagen mit Hybridtechnologie um mehr als 100% auf 75.800. Für Sie zum Vergleich: Beim Absatz von Fahrzeugen mit herkömmlicher Verbrennungstechnologie lag das Plus nur bei 11% auf 138.700 Wagen.

Auf Sicht der nächsten Quartale rechnet der Batteriespezialist wieder mit anziehenden Gewinnmargen. Ab Juni sollen in China neue Richtlinien für umweltschonende Fahrzeuge gelten, die das Geschäft unterstützen dürften.

Warren Buffett hat frühzeitig den Trend erkannt

Bereits vor 10 Jahren investierte übrigens die Investmentlegende Warren Buffett in den bis dato wenig bekannten Batteriehersteller. Insgesamt erwarb Buffett damals Aktien im Gegenwert von 230 Millionen Dollar und hält heute weiterhin 8,25% aller BYD-Aktien.

Analysten mehrheitlich positiv

Unterdessen zeigen sich die Analysten mehrheitlich positiv. Von 13 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten immerhin 9 zum Kauf der Papiere. Die restlichen vier sehen in dem Papier lediglich eine Halteposition. Im Schnitt erwarten die Banker ein Umsatzwachstum von 36% und einen Gewinnsprung von 56% im nächsten Geschäftsjahr. Das durchschnittliche Kursziel liegt rund 16% über dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.