Cameco Aktie: Uranproduzent tritt bei Expansion auf die Bremse

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Nach der Vorlage der guten 2013er Bilanz hat Cameco aber die Produktionsprognose für 2018 kassiert. Dennoch wächst Cameco weiter. (Foto: Jinning Li)

In diesen Tagen berichten immer mehr Rohstofffirmen über die Geschäftsentwicklung 2013. Das bringt auf jeden Fall einen Überblick zu einzelnen Branchen. So hat gestern der Uranmarktführer Cameco seine Bilanz vorgelegt.

2013 brachte einen Rekordumsatz bei dem kanadischen Unternehmen. Doch viele Experten haben eine andere Tatsache viel höher bewertet: Cameco rückt vom langfristigen Produktionsziel von 36 Mio. Pfund Uran für 2018 ab, weil die langfristigen Aussichten für den Uranmarkt weiterhin unsicher sind.

Dies ist auf jeden Fall ein Signal für den gesamten Uranmarkt: Einer der Marktführer kappt das langfristige Produktionsziel, weil eben nicht klar ist, in welche Richtung sich der Markt in den nächsten Jahren entwickelt. Fakt ist: Weltweit werden viele neue Atomreaktoren geplant und allein in China sind derzeit 27 neue Reaktoren in der Bauphase.

Cameco kommt jedoch bei der aktuellen Marktbetrachtung zu dem Schluss, dass sich auf Sicht der nächsten vier Jahre wohl ein Angebotsüberhang ergeben könnte. Das dürfte sicherlich auch das Aufwärtspotenzial für den Uranpreis bremsen.

Immerhin verdient Cameco auch auf dem aktuell niedrigen Niveau noch Geld. Dies ist ein klarer Vorteil für viele andere Produzenten, die deutlich höhere Preise für die Gewinnschwelle benötigen. Und dies gilt auch für viele neue Produzenten, die aktuell noch neue Minen in die Produktion bringen wollen.

Hier liegen die Untergrenzen für das Erreichen der Gewinnschwelle schon bei 55 bis 60 Dollar pro Pfund Uran. Und davon sind wir aktuell sehr weit entfernt. Im Uranmarkt wird daher in den kommenden Jahren ein starker Selektionsprozess stattfinden.

Cameco verdient auch bei niedrigen Uranpreisen Geld

Und dafür ist Cameco wiederum schon heute gut positioniert: So hat das kanadische Unternehmen das Produktionsvolumen im vergangenen Jahr um 8% auf 23,6 Millionen Pfund gesteigert. Gleichzeitig stieg aber der Nettogewinn 2013 sogar um 27% auf 318 Mio. Dollar – und das trotz einer Abschreibung von 70 Mio. Dollar.

An der Börse sorgte vor allem die reduzierte langfristige Produktionsprognose für Abgabedruck und die Aktie verlor am kanadischen Markt rund 3% an Wert. Immerhin steht die Aktie auf Jahressicht noch rund 8% im Plus. Damit sticht Cameco doch aus der Masse der Uranfirmen heraus. Einige aussichtsreiche Explorer wie Fission Uranium haben aber sogar hohe zweistellige Kurszuwächse in den vergangenen zwölf Monaten erzielt.

Sie sehen: Der Uransektor bleibt spannend, aber die Selektion wird in den kommenden zwei Jahren sicherlich viele Opfer haben. Das ist es sicherlich kein Fehler mit Cameco auf einen der Marktführer zu setzen, denn das Unternehmen ist gut aufgestellt, um auch bei einem weiterhin niedrigen Uranpreis Geld zu verdienen.

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Heiko Böhmer
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