Campbell Soup verkauft Arnott’s Biscuits für 2,2 Mrd. US-Dollar an KKR

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Der US-Lebensmittelgigant Campbell Soup will seine Schulden reduzieren und sich zukünftig auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Daher verkauft er den australischen Süßwarenkonzern Arnott’s an den US-Finanzinvestor KKR. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Bereits vor einem Jahr hatte der amerikanische Lebensmittelkonzern Campbell Soup angekündigt, sich von seinen Töchtern Campbell International und Campbell Fresh trennen zu wollen, um sich auf sein amerikanisches Kerngeschäft zu konzentrieren. Am Freitag verkündeten Campbell und der internationale Finanzinvestor KKR, dass sie einen Kaufvertrag unterzeichnet haben. KKR übernimmt den bisher zu Campbell International gehörenden australischen Süßwarenhersteller Arnott’s und einige kleinere Unternehmen für satte 2,2 Mrd. USD.

Verkaufserlöse sollen zur Schuldentilgung und Konsolidierung genutzt werden

Durch den Verkauf von Arnott’s konnte Campbell seine 2018 angekündigten Verkaufsbestrebungen abschließen. Denn bereits im Juli wurde die ebenfalls zu Campbell International gehörende dänische Kelson Group für 300 Mio. USD an eine Ferrero-Tochter veräußert. Und schon im Juni erwarb die kalifornische Investorengruppe Butterfly Equity für 510 Mio. USD die Campbell-Fresh-Gruppe. Unter dem Strich nahm Campbell somit gut 3 Mrd. USD ein, die auch dringend für den Abbau des enormen Schuldenbergs benötigt werden.

Nach den langwierigen Verkaufsverhandlungen zeigte sich Mark Clouse, Präsident und CEO von Campbell, mit dem Ergebnis zufrieden: “Dies war ein gründlicher und komplexer Prozess, bei dem wir viele Optionen geprüft haben. Durch den Einsatz von fast 3 Milliarden US-Dollar Nettoerlös zur Schuldenreduzierung wird die Bilanz von Campbell gestärkt. Das wird uns dabei unterstützen, unseren Plan eines konzentrierten und ausgewogenen Portfolios umzusetzen.”

Aktienkurse zeigen sich unbeeindruckt

Der am Freitag bekanntgegebene Deal hat die Kurse der beteiligten Unternehmen kaum beeinflusst. Der Kurs der Campbell-Papiere stieg an der NYSE im Tagesverlauf mit +0,19% auf 42,33 USD. Auch die KKR-Aktien reagierten nur unwesentlich. Sie verloren leicht um -0,8% und verzeichneten zum freitäglichen Börsenschluss einen Kurs von 25,22 USD.

Lizenzvereinbarung abgeschlossen

Zusammen mit dem Kaufvertrag haben Campbell und KKR auch eine Sale-and-Lease-back-Vereinbarung getroffen. Durch eine langfristig ausgelegte Lizenzvereinbarung sichert sich Campbell auch weiterhin die exklusiven Rechte zur Nutzung seiner bisherigen Marken in Australien, Neuseeland, Malaysia und anderen ausgewählten Märkten.

Die Unternehmen im Portrait

Die Campbell Soup Company mit Sitz in Camden/New Jersey ist einer der weltweit größten Hersteller und Vermarkter von Suppen, Saucen, Snacks und Getränken. Bekannte Marken des Unternehmens sind neben Campbell´s, Prego, V8, Arnott´s, Liebig oder Royco. Der Konzern erzielte mit seinen 23.000 Mitarbeitern in 2018 einen Umsatz von 8,685 Mrd. USD. Im vergangenen Jahr verdoppelten sich die Verbindlichkeiten des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr auf 13,1 Mrd. USD.

Die in New York beheimatete KKR ist eine führende, weltweit tätige Investmentgesellschaft, die diverse Anlageklassen verwaltet. Dazu gehören unter anderem Anlagen im Bereich Unternehmensbeteiligungen, Energie, Infrastruktur, Immobilien und Hedgefonds. Zum 31. März 2019 verwaltete KKR ein Vermögen in Höhe von 199,5 Mrd. USD.

Arnott’s Biscuits Limited ist ein führender australischer Süßwarenhersteller mit Sitz in Sydney. Das Unternehmen beschäftigt 2.400 Mitarbeiter in Australien und einige Tausend in Ländern wie Neuseeland, Indonesien, Malaysia, Singapore und Japan. Arnott’s ist mit Abstand das größte Einzelunternehmen der Campbell-International-Gruppe und erzielte in 2018 einen Jahresumsatz von 737 Mio. US-Dollar.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.