Cannabis: Die anglikanische Kirche will jetzt investieren

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Bis jetzt galt Cannabis als Sünde - doch die anglikanische Kirche hat für ihren Investmentfonds den Weg frei für Cannabis-Investments gemacht. (Foto: JMiks / shutterstock.com)

Der Cannabismarkt ist ein extrem spannendes Segment. In immer mehr Ländern weltweit erfolgen Freigaben für die traditionelle Pflanze. Nach der kompletten Freigabe in Kanada im Herbst 2018 bröckeln in immer mehr Ländern die gesetzlichen Beschränkungen. Nach jahrelanger Prüfung ist jetzt auch der medizinische Einsatz von Cannabis in Großbritannien möglich.

Diese Entwicklung treibt doch erstaunliche Blüten (wenn sie mir dieses Wortspiel an der Stelle erlauben). So fließt neues Investmentkapital auch in Großbritannien in dieser Branche. Zahlreiche Family-Offices sind jetzt schon aktiv. Hinter einem Family Office verbergen sich die großen Familienvermögen des Landes, die zumeist aus traditionellen Unternehmerfamilien gespeist werden.

Nun ist das nicht unbedingt das Investment-Kapital, auf dass die Branche direkt schaut. Allerdings zeigt Ihnen das auch, wie Cannabis mittlerweile als normales Investment in verschiedenen Bereichen der Profiinvestoren angesehen wird.

Großbritannien ist immer wieder für Überraschungen gut. Die Brexit-Entwicklung der vergangenen 3 Jahre hat uns das mehr als eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Und auch im Bereich Cannabis sorgt das Land jetzt für weltweite Schlagzeilen.

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So ist es jetzt dem Investmentfonds der anglikanischen Kirche möglich, in Cannabis zu investieren. Das Investitionsvolumen des Fonds von 12,6 Milliarden GBP soll laut der Statuten mit einem institutionellen und auch christlichen Fokus angelegt werden.

Cannabis als Investment ist jetzt möglich für die anglikanische Kirche in Großbritannien

Die Folgen für die Praxis sind eindeutig: Die Investments müssen den hohen Sozialstandards genügen. Und in der Vergangenheit war Cannabis hiervon ganz klar ausgenommen. Doch jetzt haben sich die Bedingungen geändert und ein solches Investment ist mittlerweile möglich. Ein solches Umdenken von Seiten der Kirche hat es bislang in keinem Land gegeben – und das ist ein großer Gewinn für die Branche.

Oder etwas pathetisch formuliert: Cannabis ist vor allem für den medizinischen Einsatz nicht länger eine Sünde, aber eine potentielle Investmentmöglichkeit für eine der größten institutionalisierten Kirchen der Welt. Keine Frage, die Zeiten ändern sich beim Cannabis und das wird auch auf längere Sicht die Branche noch massiv beeinflussen.

Daher ist es auch an der Börse weiter spannend auf diesen Sektor zu schauen. Und nach dem Boom im vergangenen Jahr sind die Kurse vieler Aktien aus dem Sektor deutlich zurückgekommen. Das gilt sowohl für die großen Player der Branche als auch für die kleinen aufstrebenden Firmen. Genau in solchen Phasen lohnt es sich genauer hinzuschauen, denn die Chancen im Cannabis-Sektor bleiben groß.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.