Cannabis: Einzelne Firmen setzen ganze Branche unter Druck

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Bei CannTrust gibt es immer wieder neue Probleme – und das setzt nicht nur die Aktie selbst sondern viele andere Werte auch unter Druck (Foto: Yarygin / shutterstock.com)

Ziemlich turbulent verliefen die letzten Wochen im Cannabissektor. Im Mittelpunkt stand ein Skandal beim kanadischen Produzenten CannTrust. Dort hatte es Unregelmäßigkeiten in Produktionsbetrieben gegeben – es wurde mehr Cannabis verkauft als die offiziellen Lizenzen hergaben.

Wie Sie sich vorstellen können, standen erst alle Aktien des Sektors unter Druck, denn das war ein großer Vertrauensverlust in der Branche. Und tatsächlich sackten viele Cannabis-Aktien auf den niedrigsten Stand des Jahres ab und eine Masse der Aktien verlor seit den Hoch im März um mehr als 50% an Wert.

Bei Cann Trust ist der Verlust bis jetzt sogar noch höher ausgefallen, denn der Skandal ist noch nicht zu Ende, obwohl mittlerweile der Vorstandschef schon zurückgetreten ist. Nun kam es zu neuen Problemen beim Unternehmen, die einen weiteren Kurssturz ausgelöst haben. So hat die kanadische Gesundheitsbehörde Canada Health bei Untersuchungen in einem Werk die Missachtung verschiedener Vorschriften festgestellt.

Kritisiert wurden unter anderem nicht vorhandene Genehmigungen für dort vorhandene Lagerräume und auch noch unzureichende Sicherheitsvorkehrungen. Das ist sicherlich anders zu bewerten als die Produktionsfehler vor wenigen Wochen, dennoch bleibt das Unternehmen in der Schusslinie.

Mit guten Bilanzdaten sorgen einige Cannabis-Firmen für positive Schlagzeilen

Was sich in den vergangenen Wochen aber auch gezeigt hat: Durch gute Quartalszahlen können sich bestimmte Cannabis-Firmen dem Negativtrend entziehen. Das ist auf jeden Fall ein wichtiges Signal für den Sektor. Einige Werte wie beispielsweise Cronos und auch Aphria haben deutlich bessere Quartalszahlen gemeldet als erwartet.

Und genau dieser Aspekt rückt jetzt wieder stärker in das Interesse der Investoren. Insofern entwickelt sich die aktuelle Marktphase eher zu einem Skandal CannTrust und viele andere Werte der Branche können sich davon lösen. Das ist auf jeden Fall positiv zu bewerten.

Dm nimmt CBD Produkte erneut aus den Regalen

Auch in Deutschland ist das Thema Cannabis stetig präsent. Sicherlich gibt es in Deutschland noch keine Freigabe von Cannabis wie in Kanada. Doch CBD-haltige Produkte werden auch in Deutschland verkauft. Kurz zum Hintergrund: Die wichtigsten Bestandteile des Cannabis sind zum einen das THC, dass eine berauschende Wirkung hat. Zum anderen gibt es aber auch noch CBD. Und diesen Wirkstoffen werden beruhigende Wirkungen zugesprochen. Die Verabreichung erfolgt beispielsweise in Form von CBD-Öl und das ist weiterhin in Drogerie-Märkten von Rossmann erhältlich.

Der Mitbewerber Dm wiederum hat sich jetzt einmal mehr dazu entschlossen, alle CBD-Produkte aus den Regalen zu nehmen und auch aus dem Onlinehandel zu verbannen. Das liegt an den Regulierungsunsicherheiten innerhalb der Europäischen Union und speziell in Deutschland.

Dennoch wird das Thema auch in Deutschland immer größer und schon in der kommenden Woche steht die nächste Branchenmesse an mit der Cannafair in Düsseldorf. Diese Messe werde ich auf jeden Fall wieder besuchen und Ihnen neue Eindrücke aus der Branche liefern, denn ich bin auf jeden Fall vom Potenzial der gesamten Branche überzeugt.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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