Carl Icahn: 1,6 Mrd. US-Dollar Verlust durch Hertz-Insolvenz

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Ich stelle Ihnen den Investor vor, der bei der Insolvenz des Autovermieters Hertz 1,6 Mrd. US-Dollar Verlust verbuchen musste. (Foto: Sebastian Kaulitzki - Fotolia)

Vorgestern hatte ich Ihnen hier im Schlussgong von der Insolvenz des US-amerikanischen Autovermieters Hertz berichtet. Die neueste Entwicklung: Der amerikanische Starinvestor Carl Icahn ist dieser Tage bei Hertz ausgestiegen und hat dabei einen Verlust von sage und schreibe 1,6 Mrd. US-Dollar realisiert. Auch sehr erfolgreiche Investoren liegen hin und wieder daneben.

Ich möchte Ihnen anlässlich der Hertz-Pleite und des Milliardenverlustes den Investor Carl Icahn einmal näher vorstellen:

Carl Icahn wurde im Jahr 1936 im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Seine Eltern arbeiteten als Lehrer. Somit war Icahns spätere Karriere an der Wall Street alles andere als absehbar in seiner Kindheit und Jugend.

Nach der High School studierte Icahn an der Princeton Universität Philosophie. Nachdem er 1957 seinen Abschluss in Philosophie erlangt hatte, studierte er auf Wunsch seiner Eltern Medizin. Dieses Studium brach er jedoch nach 2 Jahren wieder ab, da er feststellte, dass er nicht die dafür notwendige Begeisterung aufbrachte.

Im Anschluss daran war Icahn 2 Jahre lang in der US-amerikanischen Armee. Danach begann er im Jahr 1961 seinen ersten Job an der Wall Street. Er arbeitete für die Firma Dreyfus & Co. und lernte dort das Handwerk des Arbitragehandels. Beim Arbitragehandel werden vereinfacht gesagt Preisunterschiede ausgenutzt und dadurch Gewinne erzielt.

Die Geschäftspraktiken des Cark Icahn

Im Jahr 1968 gründete Icahn sein eigenes Unternehmen, die Icahn & Co. Inc. Nachdem er einige Zeit erfolgreich Arbitrage– und Optionenhandel betrieben hat, begann er ab dem Jahr 1978 damit, als sogenannter aktivistischer Investor tätig zu sein. Er investierte in Unternehmen und erlangte damit nicht selten Plätze im Vorstand oder in anderen führenden Positionen.

Ziel dieser Aktionen war es, aktiv daran mitzuarbeiten, den Wert seiner Beteiligungen an den jeweiligen Unternehmen zu steigern. Während beispielsweise Investoren wie Warren Buffett die operative Arbeit in den Unternehmen, bei denen er investiert ist, voll und ganz dem Management überlässt, mischt sich Icahn allzu gern ein.

Dabei reichten ihm teilweise auch verhältnismäßig kleine Beteiligungen. Hier ein Beispiel: Obwohl Icahn nur 2,5% der Anteile an Ebay hielt, schaffte er es, die Konzernleitung dazu zu bringen, den Bezahldienst PayPal auszugliedern. PayPal wurde an der Börse zu einem Überflieger und brachte den Aktionären schnell dreistellige Gewinne.

Heute ist Carl Icahn Vorsitzender von Icahn Enterprises, einer Holdinggesellschaft, die in verschiedenen Geschäftsbereichen wie Vermögensverwaltung, Immobilien, Metallförderung/-handel und Konsumgütern tätig ist.

Icahn war Vorbild für die Rolle des Gordon Gecko

Was viele nicht wissen ist, dass Icahn als eines der Vorbilder für den von Michael Douglas im Film Wall Street verkörperten skrupellosen Investor Gordon Gecko gilt.

Icahns TWA-Deal aus dem Jahre 1985 fand Regisseur Oliver Stone so inspirierend, dass er daraus einen Film über die von ihm beklagte Unmoral der Finanzmärkte machte. Der Film wurde zum Renner und Gecko zum Idol für eine ganze Generation junger Investmentbanker.

Berühmte Zitate von Carl Icahn

  1. Wenn du einen Freund brauchst, besorg Dir einen Hund. Diesen Satz soll Icahn seinerzeit zu einem Mitarbeiter der übernommenen Fluggesellschaft TWA gesagt haben.
  2. Wenn sich die meisten Investoren, darunter auch Profis, bei etwas einig sind, liegen sie meist falsch.

Im Fall der Hertz-Pleite musste Großaktionär Icahn jetzt erkennen, dass man auch mit einer Außenseitermeinung komplett falsch liegen kann.

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