Carl Icahn verkauft Aktien von Computer-Hersteller Dell

Der erfolgreiche Finanzinvestor Carl Icahn trennt sich von seinen Dell-Aktien.

Das Aktienpaket macht einen Wert von rund 2 Mrd. $ aus und war zuvor eine der größten Positionen im Portfolio von Icahn.

Der Grund für Icahns Verkauf: Der angeschlagene Computer-Hersteller wird demnächst vom Börsenparkett genommen. Icahn hat versucht, diesen Schritt des Unternehmens zu verhindern.

Doch Dell-CEO und Firmengründer Michael Dell wusste dies zu verhindern…

Kursverlauf von Dell in den letzten Jahren ein Trauerspiel

Zur Vorgeschichte: Dell galt lange Zeit als Erfolgsstory. Doch längst haben andere Computer-Hersteller wie IBM oder Lenovo dem einstigen Computer-Pionier Dell den Rang abgelaufen. Die Umsätze bei Dell stagnieren seit Jahren.

Das hat sich auch beim Aktienkurs bemerkbar gemacht. Während die Kurse der meisten Aktien inzwischen ihre Vorkrisen-Niveaus aus dem Jahr 2007 übertroffen haben, steht bei Dell immer noch mehr als eine Kurshalbierung auf derzeit 13,86 $ zu Buche.

Rückzug vom Börsenparkett

Und dabei wird es wohl bleiben. Denn die Aktie wird demnächst vom Markt genommen. Das ist das Ergebnis der Schlacht, die sich Michael Dell und der Finanzinvestor Carl Icahn geliefert haben.

Einig sind sich beide darin, dass das Unternehmen grundlegend neu ausgerichtet werden muss. Doch während Michael Dell das Unternehmen dazu vom Markt und die Aktionäre auszahlen will, wollte Icahn Dell dazu bewegen, die notwendigen Sanierungen als weiterhin börsennotiertes Unternehmen durchzuführen.

Icahn sah das derzeitige Kursniveau als zu billig an. Er wollte erreichen, dass er und die übrigen Aktionäre an der Erholung des Computer-Herstellers partizipieren. Doch letztlich konnte er sich nicht durchsetzen.

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung stimmte die Mehrzahl der Aktionäre den Plänen von Michael Dell zu.

Icahn gibt auf – und tritt nach

Icahn hat sich nun von seiner Beteiligung an Dell getrennt. Doch einige böse Worte in Richtung Michael Dell konnte er sich nicht verkneifen.

Die besagte außerordentliche Hauptversammlung wurde mehrfach verschoben. Michael Dell wollte sich zunächst sicher sein, dass er die erforderliche Stimmenmehrheit erzielt, bevor es zu dem Termin kommt.

Icahn war über dieses Vorgehen sichtlich erbost. Er verglich die Unternehmensführung unter Michael Dell mit einer Diktatur.

Das Beispiel zeigt, dass es nicht in jedem Fall profitabel ist, den Aktienkäufen von Top-Investoren zu folgen.

20. November 2013

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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