Carl Zeiss Meditec AG: Immer einen Blick wert!

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Der Medizintechnikkonzern entwickelt, fertigt und vertreibt medizinische Produkte und Systeme für die Augenheilkunde sowie für die Neuro- und HNO-Chirurgie. (Foto: Marco Crupi / shutterstock.com)

Das Geschäftsjahr 2012/13 (bis Ende September) war genauso wie das Vorjahr ein weiteres Rekordjahr.

So wurde der Umsatz trotz der abnehmenden konjunkturellen Dynamik um 5,2% auf 906,5 Mio. € gesteigert und lag damit am oberen Rand des prognostizierten Korridors. Zu dieser erfreulichen Entwicklung trugen alle drei Geschäftsbereiche wie auch alle Regionen bei, wenn auch in unterschiedlichem Umfang.

Ein Großteil der Erlöse entfiel auf die beiden Geschäftseinheiten Ophthalmologische Systeme und Mikrochirurgie. Das Segment Ophthalmologische Systeme ist um 4% gewachsen und macht bereits 43,1% des Gesamtumsatzes aus. Die Mikrochirurgie kam auf 43,5 (43,9)% oder ein Plus von 4,2% und die Chirurgische Ophthalmologie trug mit 13,4% und einem Plus von 12,6% zum Konzernumsatz bei.

Americas bleibt stärkste Region

Die Region EMEA legte nach einem schwachen Auftakt in Südeuropa in der zweiten Jahreshälfte zu und wuchs im Gesamtjahr um 5,9% auf 307,6 Mio. €. Einer zunächst schwächeren Entwicklung in den USA im 1. Halbjahr folgte im 2. Halbjahr eine Aufholjagd, sodass Carl Zeiss in der Region Americas abermals deutlich vorankam.

Die Region wuchs um 7,8% auf 327,5 Mio. €. Die Wachstumsdynamik in der sonst so expansiven Region Asien/Pazifischer Raum sank deutlich. Insbesondere der schwache Yen bremste das Wachstum aus, sodass diese Region nur um 1,4% zulegte. Neben Japan kamen Wachstumsimpulse aus China, Südostasien und Australien.

Gewinnsprung um 30%

Nach Umsatzkosten von rund 419 Mio. € legte das Bruttoergebnis auf 488 Mio. € zu, sodass die Bruttomarge leicht auf 53,8% anstieg. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg dank eines effektiven Kostenmanagements überproportional zum Umsatz um 8,9% auf 133,9 Mio. €. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 14,8%. Mittelfristig peilt das Management eine EBIT-Marge von 15% an.

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Unterm Strich kletterte der Gewinn kräftig um 30,1% auf 93,51 Mio. €. Die Aktionäre werden mit einer von 40 auf 45 Cent je Aktie erhöhten Dividende am Geschäftserfolg beteiligt. Die positive Entwicklung unterstreicht einmal mehr den Vorteil der Carl Zeiss Meditec mit einem breit gefächerten und ausbalancierten Portfolio sowie einer globalen Aufstellung.

Mit MEGA zum Erfolg

Mit MEGA (Meditec Excellence and Growth Agenda) fokussiert sich Carl Zeiss auf die Erfolgsfaktoren: Innovation, Kundenorientierung, neue Märkte, starkes Team und erstklassige Prozesse. Diese Strategie soll außerdem helfen, Unwägbarkeiten bezüglich der Weltwirtschaft gut zu meistern.

Zudem sind die mittel- bis langfristigen Aussichten nach wie vor vielversprechend. Dafür sprechen demografische Trends, wie das Wachstum der Weltbevölkerung mit der zunehmenden Alterung sowie der wachsende Wohlstand in den aufstrebenden Schwellenländern.

Außerdem dürfte der zunehmende Kostendruck im Gesundheitswesen den Bedarf an effizienten und kostengünstigen Behandlungen ankurbeln. Von all diesen sich dadurch bietenden Chancen sollte Carl Zeiss mit seinem Geschäftsmodell profitieren.

Fazit

Dank demografischen Wandels und steigender Gesundheitsausgaben ist für die Medizintechnikbranche bis 2020 ein Wachstum im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich vorhergesagt. Das Management geht für die beiden nächsten Jahre von einem Umsatzplus aus, das mindestens in Höhe des zu erwartenden Branchenwachstums liegen soll. Dies sollte auch den Aktienkurs langfristig vorantreiben. Eine kerngesunde Bilanz mit sehr geringer Verschuldung rundet das positive Gesamtbild ab.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.