Carl Zeiss Meditec-Aktie: Jenaer Medizintechnikkonzern mit Deal in den USA

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Carl Zeiss Medictec-Aktie: Jenaer Medizintechnikkonzern mit Zukauf in den USA. Augenheilkunde wird gestärkt. Aktie nahe Allzeithoch (Foto: Marco Crupi / shutterstock.com)

Der Kursknick von Anfang Oktober ist bereits wieder verdaut. Mit den jüngsten Meldungen über einen Zukauf in der USA hat sich die Aktie des Jenaer Medizintechnikspezialisten Carl Zeiss Meditec wieder nach oben gekämpft.

Trotz der jüngsten Marktturbulenzen notieren die Papiere nur wenige Prozent unter ihrem Allzeithoch. Auf 12 Monatssicht liegt die Aktie satte 56% im Gewinn.  Auf Fünfjahressicht konnten Anleger mit der Aktie ihren Einsatz sogar mehr als verdreifachen.

Einer der weltweit führenden Medizintechnik-Unternehmen

Bevor ich auf die gerade gemeldete Übernahme eingehe, möchte ich Ihnen den Jenaer Konzern noch gerne näher vorstellen. Immerhin ist das Unternehmen einer der weltweit führenden Medizintechnik-Anbieter.

Der Konzern stellt vor allem Instrumente für die Augenuntersuchung, Operationsmikroskope, medizinische Laser und Intraokularlinsen her. Die Produkte umfassen komplette Systemlösungen für die häufigsten und bedeutendsten Krankheitsbilder der Ophthalmologie (Augenheilkunde).

Ärzte in aller Welt nutzen die Produkte des Konzerns, um die vier wesentlichen Krankheitsbilder des Auges, Fehlsichtigkeit (Refraktion), Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom) und Netzhauterkrankungen (Retina-Erkrankungen) effizient und wirksam zu behandeln.

Darüber hinaus bietet der Konzern neben Operationsmikroskopen auch Visualisierungslösungen für die HNO- und Neurochirurgie. Die Produkte werden dabei in erster Linie bei der Entfernung von Tumoren, der Behandlung von Gefäßerkrankungen und bei der Therapie funktioneller Krankheiten eingesetzt.

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Carl Zeiss Meditec AG: Immer einen Blick wert!Der Medizintechnikkonzern entwickelt, fertigt und vertreibt medizinische Produkte und Systeme für die Augenheilkunde sowie für die Neuro- und HNO-Chirurgie.  › mehr lesen

Beeindruckende Erfolgsgeschichte

Mit seiner Positionierung hat der Technologiekonzern ein beeindruckendes Wachstum erzielt. Seit 2006 kletterten die Umsätze von 391 Millionen Euro auf zuletzt 1,19 Milliarden Euro. Zugleich erhöhten sich die Gewinne von 27 auf 134 Euro. Im zurückliegenden Geschäftsjahr lag die Gewinnspanne bei 11,30% und damit auf dem höchsten Niveau seit mehr als 10 Jahren.

US-Deal soll für weiteres Wachstum sorgen

Jetzt hat der Konzern in den USA zugeschlagen, um sich langfristig weiteres Wachstum zu erschließen. Carl Zeiss Meditec hat ein Übernahmeangebot für IanTECH mit Sitz in Reno, Nevada auf den Tisch gelegt. IanTECH hat sich auf technische Lösungen für die mikroinvasive Kataraktchirurgie spezialisiert. Zum Kaufpreis wurden keine genauen Angaben gemacht.

Mit IanTECH, deren erstes Produkt seit 2017 auf dem Markt ist, kauft Meditec vor allem Technologie zur Weiterentwicklung von Kataraktoperationen. Sie müssen wissen: Der Graue Star ist weltweit die häufigste Augenerkrankung. Seit mehr als 50 Jahren wird bei Operationen der Kern der betroffenen Linse per Ultraschall zerkleinert und abgesaugt.

Mit IanTECH sichert sich Carl Zeiss Meditec den Zugang zu einer innovativen Technologie. Firmenboss Ludwin Monz ist davon überzeugt, dass IanTECH das führende Portfolio für Geräte und Verbrauchsmaterialien in der Kataraktchirurgie von Carl Zeiss Meditec so ergänzen wird, so Ärzten und Patienten neue Behandlungsstandards angeboten werden können.

Bewertung nach Kursrally ambitioniert

Nach der kräftigen Kursrally in den vergangenen Monaten werden die Analysten allerdings zurückhaltender. Von 12 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten nur drei zum Kauf der Papiere. Fünf Banker sehen in der Aktie eine Halteposition, während 4 sogar zum Verkauf des Titels raten.

Bei einem erwarteten Gewinn je Aktie von 1,47 Euro in diesem Jahr wird der Konzern mit dem 48-Fachen der Gewinne bewertet. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt mit knapp 68 Euro mittlerweile unter dem aktuellen Kursniveau (71,4 Euro).


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.