Carl Zeiss Meditec-Aktie: Neue Produkte sorgen für Rückenwind

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Carl Zeiss Meditec-Aktie: Neue Produkte sorgen für Rückenwind. Handelsstreitigkeiten so gut wie nicht spürbarren (Foto: Marco Crupi / shutterstock.com)

Am vergangenen Freitag hat Carl Zeiss Meditec die Qualität seines Geschäftsmodells abermals unter Beweis gestellt. Die vorgelegten Ergebnisse des ostdeutschen Medizintechnikkonzerns waren nämlich beeindruckend stark. Der anhaltende Handelsstreit hinterließ so gut wie keine Bremsspuren. Viel mehr konnte die Jenaer Firma vor allem bei der Performance von neuen Produkten glänzen.

Einer der weltweit führenden Medizintechnik-Unternehmen

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Jenaer Konzern noch gerne näher vorstellen. Immerhin ist das Unternehmen einer der weltweit führenden Medizintechnik-Anbieter.

Der Konzern stellt vor allem Instrumente für die Augenuntersuchung, Operationsmikroskope, medizinische Laser und Intraokularlinsen her. Die Produkte umfassen komplette Systemlösungen für die häufigsten und bedeutendsten Krankheitsbilder der Ophthalmologie (Augenheilkunde). Ärzte in aller Welt nutzen die Produkte des Konzerns, um die vier wesentlichen Krankheitsbilder des Auges, Fehlsichtigkeit (Refraktion), Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom) und Netzhauterkrankungen (Retina-Erkrankungen) effizient und wirksam zu behandeln.

In der Augenheilkunde sieht sich Zeiss Meditec als Nummer 3 weltweit mit 9 % Marktanteil. In der Mikrochirurgie deckt der Konzern nach eigener Schätzung gut 20 % des relevanten Markts ab, bei OP-Mikroskopen sei er „eindeutiger Marktführer“.

Aufwind dank neuer Produkte

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 30. September endete, konnte der Medizintechnikkonzern einen Umsatzwachstum von knapp 8% erzielen. Unter dem Strich kletterten die Erlöse auf 1,28 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungsverschiebungen hätte der Anstieg sogar bei 11% gelegen. Damit wurde übrigens die im Sommer angehobenen Jahresprognose erreicht.

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Sowohl im Bereich Augenheilkunde und Mikrochirurgie lief es ausgesprochen gut. Laut Firmenangaben konnten hier weitere Marktanteile hinzugewonnen werden. Firmchef Ludwin Monz führte diese Entwicklung vor allem auf neue Produkte zurück. Sie müssen wissen: Carl Zeiss Meditec hatte neue OP-Mikroskope auf den Markt gebracht, die 3D-Darstellungen auf Bildschirmen bei Operationen beispielsweise am Gehirn ermöglichen. Der operierende Arzt muss damit laut Monz nicht mehr direkt durch das Mikroskop blicken, was die Operationen vereinfacht.

Vorsteuergewinn steigt um 9% an

Auch auf der Ergebnisseite sah es vielversprechend aus. So kletterte das Vorsteuerergebnis EBIT auf 197 Millionen Euro nach oben. Das ist ein Anstieg von knapp 9% und entspricht einer EBIT-Marge von 15,39%. Damit erreichte das Unternehmen das höchste Niveau der Firmengeschichte. Für Sie zum Vergleich: Im vergangenen Geschäftsjahr waren es 14,57%.

Konzernführung auch für laufendes Jahr zuversichtlich

Auch für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Monz und sein Vorstandsteam zuversichtlich. Carl Zeiss Meditec will stärker wachsen als der Gesamtmarkt. Das bedeutet konkret in Zahlen: Für den Umsatz peilt der Vorstand einen Anstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an. Die Vorsteuergewinnmarge (EBIT) soll zwischen 14 % und 16 % liegen und damit stabil bleiben. Dazu sollen auch weiterhin vor allem die neuen Produkte beitragen. So ist beispielsweise ein Produkt zur minimalinvasiven Korrektur der Fehlsichtigkeit gerade erst in den USA zugelassen worden.

Hohe Geschäftsqualität spiegelt sich in hoher Bewertung wieder

Die hohe Qualität des Geschäftsmodells und die bedeutende Marktposition des Jenaer Medizintechnikspezialisten ist den Anlegern nicht verborgen geblieben. In den letzten fünf Jahren hat sich die Aktie mehr als verdreifacht. Mittlerweile lieg der Börsenwert bei knapp 6 Milliarden Euro. Das entspricht immerhin dem 4,6-fachen der Umsätze und dem 47-fachen der Gewinne. Bei diesem Niveau sollte sich der Konzern besser keine Fehlschläge in Zukunft leisten.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.