Carl Zeiss Meditec: Aufwind dank neuer Produkte

Carl Zeiss Meditec hat ordentliche Quartalszahlen abgeliefert. Der Aufwärtstrend der Aktie könnte sich fortsetzen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Quartalsberichtssaison ist hierzulande noch im vollen Gange. Bereits zum Wochenauftakt gewährte Carl Zeiss Meditec einen Blick in die Bücher – und dieser sorgte für Zufriedenheit. Neben den guten Zahlen fällt dabei auf, dass das Unternehmen für die Herausforderungen der Zukunft gut gerüstet ist. Darüber können auch die Minuszeichen des gestrigen Tages nicht hinwegtäuschen.

Unternehmensportrait

Sämtliche Medizintechnik-Aktivitäten des weltbekannten Unternehmens Zeiss sind unter dem Schirm des TecDAX-gelisteten Unternehmens Carl Zeiss Meditec AG gebündelt. Mit Hauptsitz in Jena sowie Betriebsstandorten und Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich, Spanien, den USA und Japan ist das Unternehmen in den wichtigsten Märkten der Welt direkt vor Ort. Darüber hinaus nutzt die Carl Zeiss Meditec AG das starke Vertriebsnetz des ZEISS Konzerns.

Heute zählt der Konzern zu einem der weltweit führenden Medizintechnik-Anbieter von kompletten Systemlösungen für die Augenheilkunde (Ophthalmologie) sowie die Neuro-, Hals-, Nasen- und Ohrenchirurgie.

Leichter Gegenwind durch starken Euro

Die Geschäfte des Unternehmens verliefen im ersten Geschäftsquartal, das von Oktober bis Ende Dezember andauerte, recht positiv: So konnten die Umsätze um 5,3% auf knapp 295 Mio. Euro zulegen. Allerdings sorgten ungünstige Wechselkurseffekte durch den US-Dollar sowie durch den japanischen Yen für eine leichte Eintrübung. Denn ohne diese Wechselkursveränderungen hätten die Erlöse um 9,5% zugelegt.

Zudem wurde ein Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 38,9 Mio. Euro ausgewiesen. Zwar ist dies gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Rückgang von mehr als 5 Mio. Euro – es ist aber zu berücksichtigen, dass es im Vorjahr auf Grund eines Verkaufs von Anlagen in den USA zu einem hohen positiven Sondereffekt kam. Um diesen Effekt bereinigt stieg das Ergebnis aktuell um rund 6%. Die bereinigte Ebit-Marge lag im ersten Geschäftsquartal mit 13,5% knapp unter dem Vorjahreswert.

Positive Aussichten

Diese positive Entwicklung soll sich auch im Gesamtjahr fortsetzen. Unternehmensangaben zufolge will der Konzern im laufenden Geschäftsjahr mindestens im gleichen Maße wachsen wie der Markt. Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge – also das Verhältnis zwischen dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) und dem Umsatz – soll im Gesamtjahr bei 14 bis 16% liegen. Hier wird allerdings davon ausgegangen, dass es keine gravierenden Veränderungen mehr am Devisenmarkt geben wird.

Erfreulich ist die Tatsache, dass sich gerade die neuen Produkte als Beschleuniger auf das Ergebnis auswirkten und sich dieser Trend weiter fortsetzen sollte. Aus diesem Grund sehe ich den Konzern für künftige Herausforderungen gut gerüstet.

Intakter Aufwärtstrend

Die Aktie hat sich durch die letzten Unsicherheiten an den Börsen etwas von ihren Höchstständen bei rund 55 Euro verabschiedet und befindet sich dennoch weiterhin in einem intakten Aufwärtstrendkanal. Nach unten sollte die Aktie bei 45 Euro nachhaltig abgesichert sein. Ein KGV von etwas mehr als 30 ist zwar nicht gerade günstig, aber für die Branche durchaus angemessen.

Die Aussichten der Aktie bleiben daher positiv. Mit einem Wachstum im einstelligen Prozentbereich  dürften die Kursgewinne allerdings nicht mehr so hoch ausfallen wie in den Vorjahren.

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.