Carl Zeiss Meditec: Erfolgsgeschichte aus Thüringen

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Die Aktie von Carl Zeiss Meditec hat einen rasanten Aufstieg hinter sich. Zuletzt konnte der Ausblick jedoch nicht überzeugen. (Foto: Marco Crupi / shutterstock.com)

Der Freistaat Thüringen ist derzeit in den Schlagzeilen. Auch wenn das vorwiegend die politischen Überschriften betrifft, möchte ich heute ein Unternehmen aus Thüringen vorstellen, das recht erfolgreich unterwegs ist. Es handelt sich hierbei um die Carl Zeiss Meditec.

Unternehmensportrait

Die in Jena ansässige Carl Zeiss Meditec, die noch zu 59% der Carl Zeiss Gruppe gehört, ist einer der weltweit führenden Medizintechnik-Anbieter von kompletten Systemlösungen für die Augenheilkunde (Ophthalmologie) sowie die Neuro-, Hals-, Nasen- und Ohrenchirurgie. Der Konzern beschäftigt mehr als 3.200 Mitarbeiter weltweit und erreichte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,46 Mrd. Euro.

Gute Quartalszahlen, aber Ausblick enttäuscht

Die Zahlen, die am Montag vorgelegt wurden, sorgten für Begeisterung an der Börse: Eine anhaltend positive Geschäftsentwicklung in den Sparten Augenheilkunde und der Mikrochirurgie haben Carl Zeiss Meditec im ersten Jahresviertel 2019/20 Zuwächse beschert. Sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis (Ebit) stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich an. So kletterten die Umsätze in den 3 Monaten Oktober bis Dezember um 14% auf 369,7 Mio. Euro. Im gleichen Zeitraum stieg das operative Ergebnis (Ebit) auf 56,8 Mio. Euro – im Jahr zuvor lag dieses bei 48,1 Mio. Euro im Vorjahr. Dementsprechend konnte die Marge um einen halben Prozentpunkt auf 15% zulegen.

Doch dann folgte umgehend die Ernüchterung: Für den Ausblick ist die Konzernspitze etwas vorsichtiger geworden: So wird nun für das Geschäftsjahr 2019/20 ein Umsatzwachstum in der Größenordnung des Niveaus des Gesamtmarktes in Aussicht gestellt. Bislang wollte man diese Benchmark übertreffen. Bei der Ergebnisentwicklung wird mit einer EBIT-Marge zwischen 17% und 19% im laufenden Geschäftsjahr gerechnet – diesbezüglich gab es keine Änderung.

Kurse zeigten sich zunächst mit Minuszeichen

Die Anteilseigner reagierten schnell und schickten den Wert auf Talfahrt. Doch bereits gestern zeigte sich der Wert wieder gut erholt. Ich gehe davon aus, dass viele Anleger inzwischen – nach den Höhenflügen der letzten Wochen – auch Gewinne realisierten. Von einer Gewinnwarnung kann bezüglich der Aussicht nicht wirklich die Rede sein.

Qualität hat ihren Preis

Anleger der Tochter des Optik- und Elektronikkonzerns Carl Zeiss AG können mit der Entwicklung der Aktie recht zufrieden sein. So stiegen die Aktien im vergangenen Jahr um nahezu 70%. Mit Blick auf die letzten 3 Jahre gab es sogar eine Verdreifachung des Wertes. Mitte Januar wurde mit 122,10 Euro ein Allzeithoch erreicht. Diese Marke ist zugleich auch der nächste Widerstand. Nach unten befindet sich in der Region von 100 Euro unterdessen eine nachhaltige Unterstützungslinie.

Die Bewertung fällt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 50 inzwischen recht hoch aus. Von einer Überbewertung möchte ich hier nicht sprechen, da Qualität an der Börse bekanntlich ihren Preis hat. Für Langfristanleger ist die Aktie weiterhin eine Überlegung wert. Wer eher mittelfristig orientiert ist, kann versuchen, eventuelle Kursrücksetzer in den Bereich von rund 100 Euro zum günstigen Einstieg zu nutzen.

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Carl Zeiss Meditec weiterhin im AufwindCarl Zeiss Meditec wächst kontinuierlich weiter. Die Aktie ist zwar relativ hoch bewertet, aber Qualität hat eben ihren Preis.  › mehr lesen


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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