Carl Zeiss Meditec: Kursrally wird nach Quartalszahlen abrupt ausgebremst

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Die Aktie des Optikspezialisten Carl Zeiss Meditec ist nach den Zahlen im Rückwärtsgang - und Anleger zeigen sich vom Ausblick enttäuscht. (Foto: Marco Crupi / shutterstock.com)

Wer vor 10 Jahren auf die Aktie des Jenaer Optikspezialist Carl Zeiss Meditec gesetzt hat, dürfte sich jetzt die Hände reiben. Immerhin kletterten die Papiere seither um mehr als 800% nach oben. Daran dürfte auch der jüngste Kursrutsch vom Freitag (-6%) wenig ändern. Nach einer beeindruckenden Kursrally in den zurückliegenden Monaten hatten die Aktionäre offenbar bei Vorlage der Quartalszahlen noch eine Schippe mehr erwartet. An den langfristigen Perspektiven hat sich unterdessen wenig geändert.

Einer der weltweit führenden Medizintechnik-Unternehmen

Bevor ich auf den aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Jenaer Konzern noch gerne näher vorstellen. Immerhin ist das Unternehmen einer der weltweit führenden Medizintechnik-Anbieter.

Der Konzern stellt vor allem Instrumente für die Augenuntersuchung, Operationsmikroskope, medizinische Laser und Intraokularlinsen her. Die Produkte umfassen komplette Systemlösungen für die häufigsten und bedeutendsten Krankheitsbilder der Ophthalmologie (Augenheilkunde). Ärzte in aller Welt nutzen die Produkte des Konzerns, um die vier wesentlichen Krankheitsbilder des Auges, Fehlsichtigkeit (Refraktion), Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom) und Netzhauterkrankungen (Retina-Erkrankungen) effizient und wirksam zu behandeln.

In der Augenheilkunde sieht sich Zeiss Meditec als Nummer 3 weltweit mit 9 % Marktanteil. In der Mikrochirurgie deckt der Konzern nach eigener Schätzung gut 20 % des relevanten Markts ab, bei OP-Mikroskopen sei er „eindeutiger Marktführer“.

Starke Wachstumsdynamik hält unverändert an

Auch wenn die Aktie am Freitag spürbar schwächer tendierte – der Kursrückgang ist eher auf die stolze Bewertung nach dem monatelangen Anstieg als auf die eigentlichen Zahlen zurückzuführen. Diese waren nämlich ausgesprochen stark. Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec meldete einen deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Umsätze verbesserte der Jenaer Konzern um 14% auf 1,46 Milliarden Euro. Besonders gut lief es unter anderem im Geschäft mit Lasersystemen zur Sehschärfekorrektur.

Regional zeigte sich abermals der asiatische Markt besonders stark. Dort erreichte die Firma einen Zuwachs von 20,8% auf 599,7 Millionen Euro. Die größten Beiträge kamen dabei erneut aus China und Südkorea. Auch Japan entwickelte sich positiv.

Noch stärker als beim Umsatz ging es beim Gewinn nach oben: Unter dem Strich kletterte der Nettogewinn um satte 27% auf 160,6 Millionen Euro. Damit erreichte das Unternehmen eine Gewinnmarge von 11%.

Carl Zeiss will stärker wachsen als der Markt

Auch für die Zukunft zeigt sich der Konzern zuversichtlich und will schneller wachsen als der Gesamtmarkt. Allerdings hält das Management das Potenzial für weitere Margensteigerungen auf Grund hoher Investitionen für begrenzt. Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Technologiekonzern eine Vorsteuergewinnmarge (EBIT) zwischen 17 und 19% an.

Für Sie zum Vergleich: Im letzten Geschäftsjahr erzielte die Gesellschaft eine EBIT-Marge von 18,1% (Vorjahr: 15,4%). Mittelfristig will Carl Zeiss Meditec allerdings eine Marge erreichen, die dauerhaft über der Marke von 18% liegt.

Fazit: Nach der fulminanten Kursrally nahmen die Anleger die vorgelegten endgültigen Zahlen zum Anlass für Gewinnmitnahmen. Vor dem Hintergrund des deutlich gestiegenen Bewertungsniveaus der Aktie sollte dies keinen Anleger beunruhigen. Langfristig sind die Wachstumsperspektiven vollkommen intakt.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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