Carl Zeiss vor Milliarden-Übernahme in den USA?

Carl Zeiss könnte für 2 Mrd. Dollar den großen Coup in den USA landen. Aktionäre honorieren entsprechende Gerüchte mit Aufschlägen. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Deutsche Unternehmen begeben sich verstärkt auf Einkaufstour. Besonders Ziele in den USA haben das Interesse der Deutschen geweckt.

m Vorjahr kam es bereits zur Milliarden-Übernahme von Monsanto durch Bayer, in der Vorwoche wurde der Schulterschluss von Linde mit Praxair verkündet.

Auch unterhalb der 10-Mrd.-Dollar-Grenze wurden mehrere Deals eingefädelt. Nicht wenige Firmen haben zudem einen Milliarden-Zukauf in diesem Jahr in Aussicht gestellt.

Infineon sucht nach dem geplatzten Deal mit Cree aktiv nach einem Ersatz-Kandidaten.

Carl Zeiss Meditec teilte bereits im Oktober 2016 mit, dass man auf der Pirsch sei und auch einen größeren Kandidaten übernehmen könne.

Augenchirugie-Geschäft könnte mit 2 Mrd. Dollar bewertet werden

Insidern zufolge könnte Carl Zeiss fündig geworden sein und bereits kurz vor einer Übernahme auf dem US-Markt stehen.

Es heißt, dass sich die Deutschen mit dem Pharma-Konzern Valeant über den Verkauf des Augenchirugie-Geschäfts der Valeant-Tochter Bausch und Lomb (Kontaktlinsen) unterhalten.

Der Wert des Bausch und Lomb-Geschäftsbereich wird mit 2 Mrd. Dollar beziffert.

Ob es allerdings wirklich zu einer Transaktion kommt, ist noch nicht sicher, da auch andere Interessenten noch für den Geschäftsbereich bieten könnten.

Carl Zeiss mit ausreichend Liquidität: Investoren wollen eine Übernahme

Carl Zeiss Meditec wird an der Börse mit 4,1 Mrd. € bewertet, sodass der Übernahme-Kandidat für die Deutschen vermutlich die in Aussicht gestellte Groß-Transaktion wäre.

Finanziell überbeansprucht wäre das TecDax-Unternehmen damit jedoch nicht. Die Bilanz ist schuldenfrei und der Großteil der Aktien wird von der finanzstarken Carl Zeiss-Stiftung gehalten.

An der Börse wurden die Spekulationen von den Carl Zeiss-Aktionären wohlwollend zur Kenntnis genommen. Am Nachmittag notiert die Aktie gegen einen schwachen Gesamtmarkt im Plus.

Valeants Übernahme-Kurs zahlte sich nicht aus

Der Deal wäre vermutlich nicht nur für Carl Zeiss vorteilhaft. Auch Valeant braucht Übernahmen, oder besser gesagt: die Übernahme von einigen Geschäftsteilen.

Denn auf Valeant drückt ein gigantischer Schuldenberg von über 25 Mrd. Dollar bei gleichzeitiger Marktkapitalisierung von 23,3 Mrd. Dollar.

Valeant hat einen mehrjährigen Übernahme-Kurs hinter sich, der nicht den erhofften Erfolg brachte. Neben verpassten Umsatz-Zielen war es auch öffentlicher Druck, der für verfehlte Ziele sorgte.

Die Preispolitik stand unter Beobachtung, nachdem dem Konzern vorgeworfen wurde, unverhältnismäßig an der Preisschraube zu drehen und sich quasi auf dem Rücken der Patienten die Übernahmen bezahlen zu lassen.

Aussicht auf Verkauf des Augenchirugie-Geschäfts lässt Aktien beider Lager steigen

Während der Deal für Carl Zeiss eine attraktive Geschäfts-Erweiterung ist, wäre er für Valeant eine willkommene Verkleinerung. Daher gewinnen heute die Aktionäre beider Lager.

Mittelfristig betrachtet ist die Bilanz allerdings höchst unterschiedlich:

  • Carl Zeiss Meditec-Aktionäre blicken auf 3 erfolgreiche Jahre mit über 100% Kurszuwachs zurück.
  • Für Valeant-Aktionäre endete die Übernahme-Tour jedoch mit einem Debakel. Im Herbst 2015 kostete das Papier fast 250 € – heute wechselte es für 11,29 € den Besitzer.
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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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