Ceconomy kappt erneut die Dividende

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Einst hatte der Handelskonzern Ceconomy hohe Erwartungen geschürt. Eingetreten ist davon wenig. Die Probleme sind hartnäckiger als erwartet. (Foto: JPstock / Shutterstock.com)

Die Aktionäre von Ceconomy müssen sich weiter gedulden. Auch in diesem Jahr wird der kriselnde Elektronikkonzern keine Dividende zahlen. Begründet wird dies mit dem laufenden Sanierungsprogramm und bevorstehenden Investitionen in die Steigerung der Effizienz. Darüber hinaus ist der Vorstand mit der gegenwärtigen Eigenkapitalquote unzufrieden. Sie solle durch die Thesaurierung der Gewinn gestärkt werden, teilte das Unternehmen mit.

Gewinn stagniert

Dabei hat Ceconomy im vergangenen Geschäftsjahr 2018/19, das zum 30. September endete, seinen Nettogewinn von 23 auf 121 Millionen Euro vervielfachen können. Hierbei profitierte das Unternehmen jedoch von dem Verkauf seiner verbleibenden Beteiligung am Handelskonzern Metro. Das um Aufwendungen des Effizienzsteigerungsprogramms und der Managementwechsel bereinigte operative Ergebnis (EBIT) lag mit 402 Millionen Euro nur um 1% über seinem Vorjahreswert.

Dennoch ist der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr optimistisch. Insgesamt rechnet der Vorstand mit einem Anstieg des bereinigten EBITs auf eine Bandbreite zwischen 445 und 475 Millionen Euro.

Ungelöste Probleme

Dennoch ist klar, dass der Elektronikhändler weiter in der Krise steckt. Die schwachen Zahlen sind nicht allein auf den harten Wettbewerb im Online-Handel zurückzuführen. Zum einen sind viele Elektromärkte des Konzerns überdimensioniert. Zum anderen belastet die etwas eigenwillige Konzernstruktur, die bei der Trennung vom Handelskonzern Metro vor wenigen Jahren gewählt wurde. So besteht die Düsseldorfer Konzern-Holding eigentlich nur aus der Ingolstädter Tochter MediaMarktSaturn. Und einigen unbedeutenden Randgeschäften.

Dank dieser Konstellation konnte MediaMarktSaturn schon unter dem Metro-Dach weitgehend unabhängig von der Konzernzentrale agieren. Was schon damals für Unfrieden sorgte, aber Erich Kellerhals, dem zwischenzeitlich verstorbenen Minderheitsgesellschafter an MediaMarktSaturn, reichlich egal war. Selbst vor juristischen Scharmützeln mit dem Metro-Management schreckte Kellerhals nicht zurück.

Dauerhafte Lösung

Managementprobleme gab es auch nach dem Börsengang. Nachdem Ceconomy im vergangenen Jahr die Börse gleich mehrfach mit Gewinnwarnungen verschreckte, mussten der langjährige Konzernchef und sein Finanzvorstand ihren Hut nehmen. Auch deren Nachfolger mussten ebenfalls, schon nach wenigen Monaten, nach offenkundigen Meinungsverschiedenheiten über die Führung des Unternehmen, gehen.

Nun hat der ehemalige Aufsichtsrat Bernhard Düttmann, seit Oktober Interimschef von Ceconomy, angekündigt, dauerhaft auf dem Chefsessel Platz zu nehmen. In der laufenden Transformation sei schließlich eine gewisse Kontinuität erforderlich, so der Vorstandsvorsitzende.

Aktionäre wenig begeistert

An der Börse kamen die Zahlen jedoch nicht an. Auch nicht der verzweifelt wirkende Versuch des Vorstands, den Aktionären zu erklären, dass sie nur noch nicht erkannt haben, welches Potenzial in der Aktie steckt. Der SDAX-Wert gab im Wochenverlauf deutlich nach und notiert aktuell auf einem Niveau von 4,50 Euro – drei Viertel unter den Höchstwerten des Jahres 2011, als die Aktie kurzzeitig sogar jenseits der 20-Euro-Marke notierte.

Immer offensichtlicher wird, dass der Händler noch einen weiten Weg vor sich hat, um sich in einem harten Wettbewerbsumfeld nachhaltig zu positionieren.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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