Ceconomy nach Gewinnrückgang unter Druck

Lesen Sie jetzt, wie die jüngsten Zahlen von Ceconomy ausgefallen sind und warum die Aktie am Tag der Zahlenvorlage zweistellig eingebrochen ist. (Foto: JPstock / Shutterstock.com)

Vor 4 Wochen habe ich Ihnen an dieser Stelle letztmals über Ceconomy berichtet. Der Aufhänger dieses Berichts war der Tod des Media-Markt-Mitbegründers Erich Kellerhals.

Heute schreibe ich Ihnen erneut über Ceconomy, da das Unternehmen überraschend einen Gewinnrückgang für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2017/2018 gemeldet hat und die Ceconomy-Aktie in der Folge deutlich unter Druck geraten ist.

Bevor ich gleich auf die Vorabzahlen für das zurückliegende Quartal eingehe und Ihnen abschließend eine Einschätzung zur Ceconomy-Aktie gebe, noch ein Satz zu dem im vergangenen Jahr aus der Aufspaltung des Metro-Konzerns hervorgegangenen Unternehmen.

Ceconomy beinhaltet die beiden Elektronikhändler Media-Markt und Saturn. In der Metro AG ist dagegen das Groß- und Einzelhandelsgeschäft mit Lebensmitteln zusammengefasst.

Vorläufige Ceconomy-Quartalszahlen im Überblick

Auf Basis vorläufiger Zahlen wird für den Ceconomy-Konzern für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 ein EBIT von rund 260 Mio. Euro gegenüber einem EBIT vor Sonderfaktoren in Höhe von 308 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum erwartet.

Dieser Rückgang ist nach Unternehmensangaben insbesondere auf folgende Gründe zurückzuführen:

  • „Preisreduzierungen rund um den Black Friday, insbesondere in Deutschland, zur Festigung der führenden Marktposition. Daraus ergab sich eine Verlagerung von Dezemberumsätzen in den wettbewerbsintensiveren November.
  • Negative technische Effekte im Vergleich zum Vorjahr durch planungsbedingt hohe Abgrenzungen in Italien, die sich im Jahresverlauf ausgleichen werden.
  • Kosten bedingt durch den Aufbau der Ceconomy AG Holding.“

Auf Konzernebene fällt die Veränderung des Nettobetriebsvermögens gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum voraussichtlich rund 380 Mio. Euro niedriger aus. Hierfür waren vor allem gesunkene Verbindlichkeiten aufgrund eines zunehmend direkten Einkaufs bei Herstellern verantwortlich.

Beim währungs- und portfoliobereinigten Umsatz wird für den Ceconomy-Konzern im abgelaufenen Quartal ein Plus von 1,3% erwartet. Der berichtete Konzernumsatz stieg um 0,6% von 6,89 auf 6,84 Mrd. Euro.

Jahresprognose bestätigt

Gleichzeitig hat die Ceconomy AG ihre eigene Planung für das Geschäftsjahr 2017/2018 bestätigt. Zusätzlich zu den laufenden operativen Verbesserungen erwartet das Unternehmen eine deutliche Ergebnisverbesserung in Italien.

Darüber hinaus teilt das Unternehmen mit, dass sich negative Einmaleffekte des Vorjahres aus der Saturn-Mehrwertsteueraktion im Januar (Saturn schenkte seinen Kunden die Mehrwertsteuer bzw. gab einen Rabatt von 19%) und der Insolvenz eines Geschäftspartners in den Niederlanden nicht wiederholen werden.

An der Börse geriet die Ceconomy trotz der Bestätigung der Jahresprognose deutlich unter Druck und gab zweistellig nach. Aus meiner Sicht eine klare Überreaktion. Zwar halte ich die Metro-Aktie für spannender als Ceconomy, dennoch ist Ceconomy aus meiner Sicht mindestens ein Kandidat für die Beobachtungsliste.

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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