Ceconomy: Quartalszahlen besser als erwartet

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Der Elektronikhandels-Konzern Ceconomy wurde vom Corona-Lockdown besonders hart getroffen. Die jetzt vorgelegten Quartalszahlen fallen jedoch besser aus als erwartet. (Foto: nitpicker / shutterstock.com)

Auch heute möchte ich Ihnen ein mittelständisches Unternehmen vorstellen, das kürzlich seine vorläufigen Quartalszahlen veröffentlicht hat. Dabei handelt es sich um die Ceconomy AG, den Mutterkonzern der Elektronik-Handelsketten Saturn und Mediamarkt.

Die Ceconomy AG entstand in ihrer heutigen Form als Elektrohandels-Konzern erst vor wenigen Jahren. Im Februar 2017 gaben die Aktionäre der Metro AG grünes Licht für die Aufspaltung der Metro Group, zu der neben den Elektrohandelsunternehmen auch diverse Lebensmittelgeschäfte gehörten.

Am 11. August 2017 wurde dann die Umfirmierung der Metro AG in Ceconomy AG offiziell in das Handelsregister eingetragen. Die Lebensmittelmärkte der ausgelagerten Gesellschaft Metro Wholesale & Food Specialist AG wurden anschließend wiederum in Metro AG umfirmiert.

Neben einer Mehrheitsbeteiligung an der Media-Saturn GmbH von 78,23% hält Ceconomy zurzeit noch weitere Beteiligungen. Darunter ist u. a. eine Beteiligung von 15% an M.video, der größten Elektronik-Fachmarktkette Russlands und eine 24%-ige Beteiligung an der französischen Groupe Fnac Darty. Die Ceconomy AG ist laut eigenen Angaben die größte Consumer-Elektronic-Plattform Europas.

Lockdown als großer Belastungsfaktor

Wenn Sie sich jetzt wundern: Bei den vor wenigen Tagen veröffentlichen Quartalszahlen von Ceconomy handelt es sich um die Zahlen für das 3. Quartal 2019/2020. Das liegt daran, dass das Geschäftsjahr von Ceconomy am 1. Oktober beginnt.

Belastet wurden die jüngsten Zahlen insbesondere durch den Lockdown der Einzelhandelsmärkte im April. In diesem Monat mussten 881 von 1.025 Märkten aufgrund der Corona-Pandemie schließen. Folglich ging der Umsatz in diesem Monat im Vorjahresvergleich um rund 43% zurück.

Die hohen Umsatzeinbußen im stationären Geschäft konnten zumindest in Teilen durch ein deutliches Umsatzplus im Online-Verkauf abgefedert werden. Der Online-Umsatz im April stieg im Jahresvergleich um rund 209%.

Erholung im Mai und Juni

Mit der schrittweisen Aufhebung des Lockdowns Ende April erholten sich die Zahlen der Ceconomy AG wieder. Im Mai lag der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz rund 3% über dem des Vorjahresmonats und im Juni übertraf er den Vergleichswert aus dem Vorjahr sogar um rund 12%. Zu dieser Erholung trugen auch die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegenen Umsätze im Online-Geschäft (Mai +133% und Juni +97%) bei.

Für das 3. Quartal 2019/20 erwartet Ceconomy unter dem Strich ein bereinigtes Konzern-Ergebnis (EBIT) auf Vorjahresniveau (Vergleichsgröße Vorjahr: -43 Mio. Euro). Positiv auf das Ergebnis wirkten sich insbesondere die Einsparungen im Zusammenhang mit den eingeleiteten COVID-19 Kostenmaßnahmen aus.

Prognose für das Gesamtjahr verhalten optimistisch

Von der Erholung im Verlauf des 3. Quartals ausgehend rechnet der Elektrohandels-Konzern für das Gesamtjahr lediglich mit einem leichten Rückgang des währungsbereinigten Umsatzes. Darüber hinaus erwartet Ceconomy für das Geschäftsjahr 2019/20 ein operatives Ergebnis (EBIT) zwischen 165 und 185 Mio. Euro.

Unter dem Strich konnten die Zahlen des Elektronikkonzerns auch schon in den Zeiten vor der Corona-Pandemie nicht wirklich überzeugen. Seit 2 Jahren schüttet der Konzern auch keine Dividenden mehr aus. Eine Investition in Ceconomy drängt sich daher meines Erachtens aktuell nicht auf.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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