Ceconomy: Tod von Erich Kellerhals treibt Aktienkurs

Lesen Sie in diesem Beitrag von Tobias Schöneich, warum der Tod des Media-Markt-Mitbegründers Erich Kellerhals die Ceconomy-Aktie antreibt: (Foto: M DOGAN / shutterstock.com)

Am 25. Dezember ist Erich Kellerhals, Mitbegründer des Elektronik-Händlers Media-Markt, im Alter von 78 Jahren verstorben.

„Wir können bestätigen, dass Herr Kellerhals am 25. Dezember im Kreise seiner Familie verstorben ist“, sagte ein Sprecher seiner Vermögens-Verwaltung Convergenta am heutigen Donnerstag.

Meldung über Kellerhals‘ Tod lässt Kurs der Ceconomy-Aktie steigen

Es mag zwar makaber klingen, aber:

Die Meldung über den Tod von Kellerhals sorgte dafür, dass die Ceconomy-Aktie (Ceconomy beinhaltet u. a. Media-Markt) heute den höchsten Stand seit der Aufspaltung des Metro-Konzerns erreichte.

Jetzt werden Sie sich wahrscheinlich fragen, warum die Ceconomy-Aktie nach dem Tod von Erich Kellerhals anzieht? – Ganz einfach:

Jahrelang sorgte Kellerhals mit einer Dauerfehde mit dem Metro-Konzern für Schlagzeilen und war damit, wenn Sie so wollen, eine Art Kursbremse für die Metro-Aktie.

Nach der Aufspaltung des Metro-Konzerns in einen Elektronik- (Ceconomy) und einen Lebensmittel-Händler (Metro) belastete der Streit v. a. noch die Ceconomy-Aktie, in der das Media-Markt-Geschäft steckt.

Die Anfänge von Media-Markt

Um zu verstehen, wie Kellerhals mit dem Metro-Konzern bzw. Ceconomy verbunden ist, müssen wir uns zunächst die Anfänge von Media-Markt anschauen:

Im Jahr 1963 eröffnete Erich Kellerhals zusammen mit seiner Frau Helga ein Geschäft für Kohleherde und Ölöfen. Außerdem verkauften die beiden in ihrem Geschäft Fahrräder.

Da die Geschäfte gut liefen, entstanden über die Jahre weitere Ladenlokale, in denen jedoch schwerpunktmäßig Radios und Fernseher verkauft wurden.

Im Jahr 1979 eröffnete das Ehepaar schließlich zusammen mit Walter Gunz und Leopold Stiefel in einem Münchener Industriepark einen Discounter für Elektronik-Artikel.

Dieser Vorgang gilt als die Geburtsstunde von Media-Markt.

1988 haben das Ehepaar Kellerhals und deren Geschäfts-Partner Gunz und Stiefel die Mehrheit ihres Unternehmens an die Kaufhof AG abgegeben.

Später entstand daraus die Metro AG, in der auch die Saturn-Märkte enthalten sind.

Nach der Aufspaltung der Metro AG in diesem Jahr befindet sich das operative Geschäft der Media- und Saturn-Märkte in der Ceconomy AG.

Vor einigen Jahren entzündete sich ein Streit zwischen Erich Kellerhals und der Führung der Metro AG. In diesem Streit ging es im Kern darum, wer das Sagen bei Media-Saturn hat.

Kellerhals sah sein Lebenswerk bedroht und stritt sich regelmäßig vor Gericht mit dem Metro-Management.

Läuft es nun operativ besser bei Ceconomy?

Der Streit mit Kellerhals hat das operative Geschäft von Media-Saturn belastet.

Jetzt stellt sich (nach dem Ableben von Erich Kellerhals) die Frage, ob das operative Geschäft bei Ceconomy zukünftig (noch) besser laufen wird.

Die Anleger, die den Kurs der Ceconomy-Aktie heute nach der Meldung zum Tod des Mitbegründers mit ihren Käufen angetrieben haben, setzen zumindest schon einmal darauf.

Ob der Plan dann letztendlich auch aufgeht, wird die Zukunft zeigen…

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.