Cenit plant Übernahme – Aktie steigt

Der in Stuttgart ansässige mittelständische Software-Konzern Cenit hat heute gemeldet, dass es beabsichtigt, den französischen Software-Implementierungs-Spezialisten Keonys zu übernehmen.

Die Börse begrüßt dieses Vorhaben, denn die Cenit-Aktie legte heute in einem ruhigen Gesamtmarkt relativ deutlich um über 3% zu.

Bevor ich gleich im Detail auf die Übernahme-Pläne eingehe und Ihnen auch noch einen Überblick über das jüngste Zahlenwerk von Cenit gebe, stelle ich Ihnen das Unternehmen kurz vor.

Denn ich gehe davon aus, dass längst nicht jeder von Ihnen die Cenit AG kennen wird.

Software-Spezialist Cenit im Kurzportrait

Das Unternehmen Cenit wurde im Jahr 1988, also vor 28 Jahren, von ehemaligen IBM-Mitarbeitern gegründet und beschäftigt heute 616 Mitarbeiter.

Im Jahr 1998 ging das Unternehmen an die Börse. Cenit ist klein, aber mit einem Jahresumsatz von gut 121 Mio. € auch nicht zu klein.

Der Konzern verfügt über einen sehr attraktiven Kundenstamm, der in vielen Schlüssel-Industrien das Who is who der Branche umfasst.

Zu den wichtigsten Zielbranchen gehören die Fertigungs-Industrie (Automobil-, Luft- und Raumfahrt-Industrie, Maschinenbau) und die Finanz-Dienstleister.

Die jüngsten Zahlen im Überblick

Die Cenit AG erwirtschaftete in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2016 einen Umsatz in Höhe von 90,32 Mio. € und steigerte den Vorjahreswert damit um 1%.

Der operative Gewinn (EBIT) lag per Ende September bei 7,5 Mio. € und damit knapp unter dem Vorjahreswert. Der Gewinn je Aktie lag nach 0,66 € im Vorjahr bei 0,64 €.

Leicht rückläufig war auch die Auftrags-Entwicklung: Der Auftrags-Eingang belief sich nach den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf 84,5 Mio. € nach 87,8 Mio. € im Vorjahr.

Der Auftragsbestand verringerte sich von 33,2 auf 30,8 Mio. €. Die Vermögens- und Finanzlage der Cenit AG ist nach wie vor mehr als solide:

„Es bestehen gegenüber Kredit-Instituten keinerlei Verbindlichkeiten – weder kurzfristiger noch langfristiger Natur“, heißt es in der Unternehmens-Mitteilung zu den 9-Monats-Zahlen.

Per Ende September 2016 weist die Cenit AG eine Netto-Cash-Position von 31,2 Mio. € aus und die Eigenkapitalquote liegt bei sehr guten 58,6%.

Zu Ihrer Einordnung: Werte ab 30% gelten als solide.

Die aktuellen Übernahme-Pläne von Cenit

Cenit hat heute mitgeteilt, dass man sich in Verhandlungen über den Erwerb sämtlicher Anteile an der französischen Keonys S.A.S. befinde.

Dies ist einer der führenden europäischen Referenzpartner für die Software-Integration in den Bereichen Product Lifecycle Management (PLM) sowie 3D-Design.

Durch die Übernahme würde sich Cenit einen verbesserten Marktzugang in Frankreich und den Benelux-Ländern erschließen, heißt es weiterhin.

Keonys wird im Geschäftsjahr 2016 mit rund 160 Mitarbeitern voraussichtlich einen Umsatz von rund 56 Mio. € erwirtschaften.

Laut Mitteilung wird Cenit den Kaufpreis für die Unternehmens-Anteile in Höhe von voraussichtlich rund 6 Mio. € aus den bestehenden liquiden Mitteln finanzieren.

Bezüglich der Auswirkungen der beabsichtigten Übernahme kann ich derzeit noch nicht viel sagen.

Am Markt kommen die Pläne von Cenit jedoch gut an; die Cenit-Aktie legt heute in einem unterm Strich kaum bewegten Markt recht deutlich zu.

21. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt