CFIUS genehmigt Monsanto-Übernahme durch Bayer

Die CFIUS macht den Weg frei für die Monsanto-Übernahme durch Bayer. Doch der größere Stolperstein sind die EU-Behörden. Hier mehr dazu: (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Der 66 Mrd. Dollar schwere Zusammenschluss zwischen dem deutschen Pharma- und Chemie-Riesen Bayer mit dem US-amerikanischen Saatgut-Hersteller Monsanto ist heute dem Übernahme-Abschluss ein großes Stück näher gekommen.

Die CFIUS (Comittee on Foreign Investment in the United States), eine US-Behörde, die bei Auslands-Übernahmen die Auswirkungen auf US-Interessen prüft, teilte mit, dass sie keine Sicherheitsbedenken bei der Monsanto-Übernahme habe.

Gelingt es Bayer jetzt auch noch die EU-Kommission zu überzeugen, dass die Übernahme den Wettbewerb nicht zu stark verzerrt, könnte der Deal im 1. Quartal 2018 abgeschlossen werden.

Vertiefte Prüfung: Übernahme-Abschluss nicht vor 2018

Rückblick: Im Herbst vergangenen Jahres einigten sich Bayer und der US-Agrarchemie-Konzern Monsanto auf eine Übernahme.

Dem Deal vorausgegangen war eine Branchen-Konsolidierung, bei der sich die Rivalen Dow Chemical/DUPont und Syngenta/ChemChina zusammenschlossen.

Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, entschieden sich auch Bayer und Monsanto für einen Schulterschluss.

Die Übernahme hat inzwischen wichtige Hürden genommen, doch das Duo Bayer-Monsanto muss noch an den Wettbewerbs-Behörden in Europa vorbei.

Die Behörde hatte bereits im August dieses Jahres eine vertiefte Prüfung angekündigt und damit den Zeitplan des Zusammenschlusses zunichte gemacht.

Statt bis Ende 2017 soll der Deal jetzt im 1. Quartal 2018 über die Bühne gehen.

Hohe Branchen-Konzentration macht Deal-Freigabe zum Ratespiel

Es ist aktuell noch nicht absehbar, ob Bayer und Monsanto den Deal wie vorgesehen abschließen können.

Die EU-Kommission hat noch bis zum 22. Januar Zeit, um die Auswirkungen der Übernahme auf den Wettbewerb zu prüfen.

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Dabei ist für Bayer von Nachteil, dass die neue Wettbewerbs-Struktur – also die unter Berücksichtigung der bereits genehmigten Zusammenschlüsse von Du Pont/Dow Chemical und Syngenta/ChemChina – zugrunde gelegt wird.

Da die Konzentration in der Branchen-Spitze dadurch höher ist als zum Genehmigungs-Zeitpunkt der anderen Zusammenschlüsse, ist das OK der Behörden für das Duo ungleich schwieriger einzuholen.

Um die Chancen zu verbessern, hat Bayer im Oktober bereits verschiedene Produktlinien an den Rivalen BASF verkauft und weitere Zusagen gemacht.

Doch ob die ausreichen, um die Zweifel der Behörden auszuräumen, ist fraglich…

Monsanto-Aktie mit nur noch geringem Potenzial – dürfte dafür im Falle eines Deal-Aus allerdings auch weich fallen

An der Börse sorgte das heutige OK der US-Behörde immerhin für ein kleines Plus in einem schwachen Marktumfeld.

Und auch Monsanto-Aktien verteuern sich im frühen Handel an der New Yorker Börse; aktuell kostet der Monsanto-Anteilsschein 119,14 Dollar.

Als Kaufpreis ausgemacht wurden im Vorjahr 128 Dollar je Aktie. Die inzwischen deutlich kleinere Lücke zum Angebots-Preis zeigt Ihnen, dass der Markt sehr zuversichtlich ist, dass der Deal klappt.

Auf der anderen Seite ist die kleinere Lücke allerdings auch darauf zurückzuführen, dass das Rückschlags-Risiko für Monsanto-Aktionäre im Falle eines Deal-Aus deutlich kleiner geworden ist.

Denn im Oktober legte der Glyphosat-Produzent starke Absatz-Zahlen vor und kehrte in die Gewinnzone zurück. Zugleich stieg die Bewertung im Sektor, was die Aktie ebenfalls stützen sollte.

Mit aktuell einer maximalen Gewinn-Chance von 7,5% drängt sich aber aus unserer Sicht kein Einstieg mehr auf.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.