Chaostage in Berlin – doch die Börsen steigen immer weiter

Politik spielt an den Börsen kaum eine Rolle. Das kann schnell gefährlich werden für die gesamten Finanzmärkte – wenn die Stimmung dreht. (Foto: Deutsche Börse AG)

So langsam wird es ernst. Das meine ich bezogen auf die Entwicklung an den Finanzmärkten.

Die massive Spekulation und Übertreibung an den Börsen kann nicht mehr lange gutgehen. Das aktuelle Beispiel dafür ist die Reaktion der Börsen auf das politische Chaos in Berlin.

Es ist schon ein heftiger externer Faktor, der die Entwicklung der Wirtschaft derzeit massiv einschränkt.

Immerhin hat Deutschland auf Sicht der kommenden Monate wohl kaum eine stabile Regierung aufzubieten.

So reagiert der DAX auf das Scheitern von Jamaika

Doch was machen die Börsen, allen voran der deutsche Leitindex DAX? – Es geht munter weiter nach oben.

Am Montagmorgen, direkt nach dem Scheitern der Jamaika-Koalitions-Gespräche, gab der Aktienmarkt etwas nach und der DAX verlor beispielsweise im frühen Handel 100 Punkte.

Bis zum Mittag hatte sich die Lage schon wieder beruhigt und auch heute geht es weiter nach oben.

Dabei ist für mich unerheblich, wer denn jetzt tatsächlich die Schuld trägt für das Scheitern dieser möglichen Koalition. Ich denke, hier haben alle 4 Parteien ihren Anteil daran.

Mir geht es vielmehr darum, an dieser Stelle ihnen deutlich zu machen, dass der politische Faktor an der Börse derzeit keine Rolle spielt.

Hier wird einfach nur noch spekulativ Geld in die Finanzmärkte geschoben, und das treibt die Preise weiter nach oben.

Börsenwerte sind schon jetzt völlig abgehoben

Mit fundamentaler Bewertung hat das schon lange nichts mehr zu tun, und jetzt kommt noch ein weiterer Faktor hinzu:

So langsam schauen immer mehr Menschen auf die Entwicklung an der Börse und ärgern sich darüber, dass sie jetzt nicht mit dabei sind.

Das führt dazu, dass jetzt auch Investoren an die Börse gehen, die sonst nicht dort aktiv sind. So etwas ist oft die letzte Phase eines Börsen-Booms.

Ich bleibe dabei:

Wenn Börsen-Indizes stetig 2-stellig pro Jahr zulegen und die dazu gehörenden Volkswirtschaften aber nur ein Wachstum von 1,5 oder max. 2% schaffen, passt das nicht zusammen!

Ein Crash ist die einzig logische Konsequenz

Hier baut sich eine Spannung und ein Ungleichgewicht auf, das nur auf eine Art und Weise gelöst werden kann: durch einen Crash.

Und diese Gefahr nimmt meiner Ansicht nach jetzt weiter zu, wenn die Kurse auch ungeachtet vieler Turbulenzen stetig zulegen.

Grundsätzlich bin ich natürlich gespannt, wie sich die Lage in Berlin weiterentwickelt – doch der Einfluss auf die Börsen wird wohl weiterhin gering bleiben.

Das hat uns die Reaktion auf das nun wirklich überraschende Ende der aktuellen Sondierungs-Gespräche für eine neue Koalition in Berlin ganz klar gezeigt.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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