Chartanalyse: MACD zeigt die Wahrheit über Apple

Gestern präsentierte der legendäre Firmenchef Steve Jobs auf einer Entwicklerkonferenz die neue Generation des iPhones: das Apple iPhone 4.

Es ist mit 9,3 mm nochmals 2,5 mm dünner als das iPhone 3, wird die derzeit höchste Auflösung für ein Handy-Display haben (für Experten: 960 x 640 Bildpunkte) und bekommt den schon im iPad arbeitenden Akku, der 40% längere Laufzeit verspricht. (Da wir hier eigentlich ein Chartanalyse-Newsletter sind, beschränke ich mich einfach mal auf die vermutlich wichtigsten Neuerungen.)

Ab dem 24. Juni soll das iPhone 4 in fünf Ländern verfügbar sein. Analysten und Besucher der Konferenz sind begeistert vom iPhone-Nachfolger. Apple-Aktionäre sind schon lange begeistert. Ganz besonders die, die schon seit 1997 Apple-Anteile in ihrem Depot haben.

Die können sich nämlich über einen Zuwachs von bis zu +8.441% freuen, wie der nachfolgende Langfristchart zeigt. Doch wird sich dieser grandiose Kursanstieg unvermindert so fortsetzen?

Apple: Grandioser Kursanstieg

MACD: Chartanalyse über 3 Zeitebenen

Immer wenn etwas derart stark gestiegen ist, wie in den vergangenen Jahren die Apple-Aktie, sollten Sie stets den Langfrist-Trend im Auge behalten. Ich habe Ihnen daher heute einmal den Chart inklusive MACD über 3 verschiedene Zeitebenen (Monat, Woche und Tag) mitgebracht.

Apple: Kursverlauf auf 3 Zeitebenen (Monate, Wochen, Tage)

Monatschart: Alles im Lot – aber achtgeben!

Zunächst einmal können wir mit Blick auf den Monatschart (links) konstatieren: (Fast) alles im Lot! Der Kurs notiert klar über der 200-Tagelinie (hier ein 10-Monats-Gleitender Durchschnitt), die zudem klar ansteigt. Die MACD-Linie steigt ebenfalls seit dem Frühjahr 2009, hat sich allerdings in den letzten Monaten etwas weit von der Signallinie Auf entfernt.

Das MACD-Histogramm fällt gegenüber dem Vormonat, allerdings könnte sich das theoretisch auch noch ändern, da der Juni ja gerade erste begonnen hat. Hier heißt es also aufgepasst: Zeigt sich Ende des Monats noch immer ein abfallendes Histogramm, dann steht den Apple-Aktionären mit hoher Wahrscheinlichkeit eine mehrmonatige Korrekturperiode bevor!

Wochenchart: MACD vor mittelfristigem Verkaufssignal

Der Wochenchart zeigt eine identische Entwicklung im Kurschart. Die MACD-Linie hingegen fällt bereits seit Ende April und könnte in dieser Woche durch die Überkreuzung mit der Signallinie ein Verkaufssignal generieren (noch ist die Woche ja nicht beendet).

Ich habe Ihnen übrigens einmal gestrichelt eine Parallele zur 200-Tagelinie eingezeichnet: In der Spitze hatte sich der Kurs um mehr als +45% von der Tagelinie entfernt. Die Entfernung zur 200-Tagelinie liefert oft einen guten Hinweis darauf, ob eine Aktie aktuell gerade sehr teuer oder relativ preiswert ist.

Tageschart: Wichtige Marke 231,35 USD

Im Tageschart können Sie erkennen, dass der Kurs zuletzt jeweils tiefere Hochs ausgebildet hat. Der extreme Ausschlag nach unten ist dem Flash-Crash vor wenigen Wochen geschuldet – deshalb klammere ich ihn hier einmal aus. Ein Unterschreiten des Tiefs bei 231,35 USD wäre für mich daher eine Bestätigung für einen kurzfristigen Abwärtstrend. Vor einem solchen warnt auch der MACD, der ebenfalls vor einem Verkaufssignal steht.

Fazit: Aktuell ist die Apple-Aktie (noch) kein Kauf. Der mittel- und kurzfristige MACD stehen vor Verkaufssignalen. Der Kurs notiert zudem noch recht weit über seiner 200-Tagelinie, ist mithin noch kein „Schnäppchen“.

Sobald ein Kaufsignal auf Wochenbasis vorliegt, erscheint ein Einstieg ok. Achten Sie jedoch im Monatschart auf die Entwicklung des MACD-Histogramms per Ende Juni. Es liefert Ihnen einen wertvollen Hinweis auf die Kursentwicklung der kommenden Monate.

8. Juni 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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